Testbericht Hypercom eHealth Kartenlesegeräte medCompact – medMobile – medHybrid 4. Teil


Hier nun der 4. und letzte Teil der Testberichtserie. Die weiteren Teile finden Sie hier:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

kompletter Bericht in pdf Format zum Download

medHybrid

Das medHybrid besitzt einen Sonderstatus unter allen anderen verfügbaren eHealth-BCS Kartenlesegeräten. Es handelt sich hierbei nämlich nicht nur um ein reines Versichertenkarten-Lesegerät, sondern auch noch um ein vollständiges Bezahlterminal für den Einsatz von EC oder Kreditkarten.

Dieser interessante Schritt von Hypercom, so ein Kombiterminal zu entwickeln, liegt aber auf der Hand, da diese Firma ja hauptsächlich aus dem Umfeld des elektronischen Bezahlens kommt.

Einsatzgebiete finden sich in den Anmeldungen von (Zahn-)Arztpraxen, Klinken und ggf. auch am Tresen in der Apotheke. Dort kann dann der Patient – neben dem Auslesen seiner Versichertenkarte – auch bargeldlos bezahlen. Dies rechnet sich heutzutage gerade in Anbetracht steigender individueller Gesundheitsleistungen (Igel) oder aber auch nur bei den reinen Praxis- oder Krankenhauszuzahlungen.

Dazu hat das medHybrid zwei große Kartenleser, einer ist für die Versichertenkarten reserviert und ein anderer kommt bei den Bezahlkarten zum Einsatz. Außerdem verfügt das medHybrid über 4 Steckplätze für kleine Chipkarten (SMC / SAM), wobei davon zwei der Gesundheitsanwendung und zwei der Bezahlanwendung zugeordnet sind.

Das Basisgerät gibt es normal mit Drucker, der rein für den BON-Ausdruck vorgesehen ist. Sollte das medHybrid an einer Kasse angeschlossen sein, die einen eigenen Drucker hat, kann man auch ein medHybrid ohne Drucker benutzen.

Verpackung und Lieferumfang

Das medHybrid wird in einem praktischen, umweltfreundlichen Papp-Karton geliefert, der auch direkt als Versandkarton benutzt werden kann.

Nach dem Öffnen der Verpackung scheint es – abhängig vom Lieferanten – einen unterschiedlichen Lieferumfang zu geben. Bei unserem Testgerät wurde folgendes vorgefunden:

–       medHybrid Hauptgerät mit Drucker

–       Serielles V.24 Anschlusskabel

–       USB Anschlusskabel

–       CD mit Treibern für Windows, Linux und MAC inkl. ausführlicher Bedienungsanleitung und weiteren Hilfsprogrammen

–       Ausgedruckte Kurzbedienungsanleitung mit weiteren Hinweiszetteln

–       Sicherheitshinweis zum Siegel

–       AHT Dokumentation (Bezahlfunktionen)

–       Ergänzungen zu AHT

–       Reinigungskarte

–       Tischnetzteil mit Anschlusskabel

Es muss wohl erwähnt werden, dass das AHT ein weit verbreitetes Bezahlterminal der Firma Hypercom ist und es sich beim medHybrid um ein ähnliches Gerät mit Erweiterung für die Gesundheitskarte handelt.

medHybrid mit Drucker

Gehäuse, Anschlüsse, Bedienung und Verarbeitung

Beim ersten Anblick meint die Erinnerung, dass man dieses Gerät irgendwo schon einmal gesehen hat. Es hat äußerlich schon mehr die Anzeichen eines Lesegerätes zum elektronischen Bezahlen. Vielleicht liegt es aber auch an der weiten Verbreitung des kleinen Bruders in mehreren großen Discount-Märkten.

Auch dieses Gehäuse macht einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck, die Spaltmasse sind überall gleich und zeugen ebenfalls von einer guten Verarbeitung.

Das medHybrid ist mit einem grünlichen, kontrastreichen Grafikdisplay ausgestattet und verfügt über ein gummiertes hinterleuchtetes Tastaturfeld, das einen zusätzlichen Sichtschutz aufweist. Auch dieses Display ist durch eine feste Linse vor mechanischen Beschädigungen geschützt und die Tasten lassen sich angenehm bedienen.

Auch hier findet sich – ähnlich zum medCompact – eine Zugentlastung hinter den zahlreichen Anschlussbuchsen.

Anschlüsse medHybrid / geöffnete Zugentlastung

Als Anschlüsse finden sich:

–       Stromversorgung

–       2x Seriell – V.24 (für den Anschluss an das Primärsystem bzw. Kassensteuerung)

–       USB-Slave (für den Anschluss an das Primärsystem bzw. Kassensteuerung)

–       LAN Buchse (für die Bezahlanwendung und für den zukünftigen Anschluss im eHealth-KT Modus – Phase 2)

–       ISDN / V.34 – Modembuchse (für die Bezahlanwendung)

Das Gerät kann ebenfalls durchgängig von oben mit einer Hand bedient werden und besitzt dafür auch die nötige Stand- und Rutschfestigkeit. Es ist also wie gemacht für einen beengten Empfangstresen und durch die Doppelfunktionalität lässt sich sogar noch ein Gerät einsparen.

Inbetriebnahme, Installation und Nutzung

Da das medHybrid zum Einen die Gesundheitsanwendung und zum Anderen die Bezahlanwendung integriert hat, ist für beide Bereiche getrennt eine Inbetriebnahme nötig. Auch scheinen beide Anwendungen im Gerät getrennt zu laufen und werden je nach Anforderung automatisch aktiviert.

Gesundheitsanwendung

Hypercom hat hier größtmöglichen Wert auf Kompatibilität zum medCompact gelegt. Nach dem ersten Start der Gesundheitsanwendung muss auch hier ein mind.
8-stelliges Administratorpasswort vergeben werden, das sich gut gemerkt werden sollte. Wie schon beim medCompact beschrieben, empfiehlt es sich, das Passwort an einem gesonderten Ort zusätzlich gesichert aufzubewahren. Der Startbildschirm erinnert dann auch vollständig an den des medCompact.

medHybrid Display mit Statuszeile – V.24 Modus

Da sich das medHybrid – bis auf Kleinigkeiten – so verhält, wie das medCompact, sei auf die obigen Kapitel verwiesen. Auch bei den Treibern und der zugehörigen Installation kommen die identischen Installationsroutinen zum Einsatz.

Lediglich der Ruhemodus ist im Menü nicht mehr vorhanden, der scheint wohl der Verheiratung beider Anwendungen zum Opfer gefallen zu sein.


Bezahlanwendung

Um eine elektronische, bargeldlose Bezahlung vorzunehmen, müssen Kartenlesegeräte in Deutschland diese sog. Transaktionen über einen zertifizierten Netzanbieter durchführen. Deshalb ist das medHybrid auch nur über Anbieter zu bestellen, die diese Funktionalität bieten können. Für die Bezahlanwendung ist somit eine eigene Inbetriebnahme und Konfiguration erforderlich, die meistens durch den Netzanbieter erfolgt. Unser medHybrid war soweit vorkonfiguriert, dass man dieses nur noch über LAN das „Bezahl-Netz“ zur Verfügung stellen musste und danach waren sofort Transaktionen möglich. Natürlich kann man diesen Zugang auch mit einem normalen Analog- oder ISDN-Telefonanschluss zur Verfügung stellen.

Für eine bargeldlose Bezahlung gibt es nun zwei Möglichkeiten:

1.)  Man tippt den Betrag direkt über die Tastatur am Gerät ein und bestätigt diesen. Danach führt das Gerät durch den Bezahlvorgang mit Karte und druckt den entsprechenden Bon aus.

2.)  Das Praxisprogramm hat eine sog. Kassenschnittstelle und man kann den Bezahlvorgang komfortabel vom PC-Programm aus steuern.


Überprüfungs- und Testprogramm – medView

Das für alle Kartenterminals der medline Reihe konzipierte Test- und Überprüfungsprogramm funktioniert auch mit dem medHybrid.

Hier ist gesondert zu beachten, dass eine zu lesende Karte angefordert werden muss.

Dies ist durch Drücken der kleinen, symbolisierten Karte mit der Aufschrift 1 oben links in der Ecke möglich. (siehe roter Kreis in der Abbildung.)

Testprogramm medView – medHybrid


Kompatibilität zu Primärsystemen / Praxisprogrammen

Die Aussagen zu diesem Kapitel unter medCompact treffen auch auf das medHybrid unter der Gesundheitsanwendung zu.

Ob das Primärsystem des Leistungserbringers eine Kassenschnittstelle integriert hat, ist in der Hypercom-Kompatibilitätsliste leider nicht zu finden.

Für die Bezahlanwendung steht so eine Liste also noch aus. Hier hilft nur, sich bei seinem Softwarehersteller zu erkundigen. Bei einigen größeren Praxisprogrammen konnte eine funktionierende Kassenschnittstelle gefunden und erfolgreich getestet werden.

Fazit

Auch beim medHybrid handelt es sich um ein hochwertig verarbeitetes und formschönes Kartenlesegerät, das für den Leistungserbringer wie den Patienten einfach zu bedienen und zu handhaben ist.

Die Installation und Einrichtung verläuft ebenfalls problemlos.

Durch das Konzept zwei Anwendungen in einem Gerät zu verbinden, ist es gerade für Leistungserbringer interessant, die wenig Platz auf dem Tresen haben, aber trotzdem gerne, neben dem Auslesen der Versichertenkarten, ihren Patienten auch das bargeldlose Zahlen ermöglichen zu wollen.

Die Bedienungsanleitungen und Beschreibungen sind verständlich und übersichtlich gehalten und helfen bei den meisten Problemen.

Die Homepage des Herstellers www.medline.hypercom.com bietet alle nötigen Informationen und ist ebenfalls übersichtlich gehalten. Es sind alle Treiber und Dokumentationen zu finden und eine FAQ ist ebenfalls vorhanden.

Hypercom gibt für das medHybrid keine UVP an, da die verschiedenen Netzbetreiber, die das Gerät vermarkten, unterschiedliche Finanzierungsmodelle anbieten.

Es ist zu erwähnen, dass man neben den Kosten bzw. Leasingkosten des Gerätes auch unterschiedliche Transaktionskosten pro Bezahlung hat. Ein Vergleich der Netzanbieter lohnt auf alle Fälle.

Eine Übersicht der Anbieter des medHybrid findet sich ebenfalls auf der Hypercom-medline-Homepage und ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.medline-online.com/fileadmin/medline_relaunch/Bezugsquellen/Bezugsquellen-Vertriebspartner__medHybrid.pdf

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Testbericht Hypercom eHealth Kartenlesegeräte medCompact – medMobile – medHybrid 2. Teil


Hier nun der 2. Teil des Testberichtes. Es geht um die Treiberinstallation und die Kompatibilität zu den PVS Programmen.

Von verschiedenen Seiten wurde ich gebeten, den Testbericht auch zum Download anzubieten. Dazu nun hier der link.  Ich bitte zu beachten, dass diese Datei je nach Erforndernis ggf. aktualisiert wird, so dass es sich lohnt gegentlich erneut nachzusehen, ob es eine neue Verison gibt (z.b. weil sich Treiber geändert haben etc.)

Treiberinstallation

Alle eHealth-BCS Kartenlesegeräte müssen eine CT-API (Card Terminal Application Programming Interface) Schnittstelle zur Verfügung stellen, die einen einheitlichen Anschluss an alle Primärsysteme gewährleisten soll.

Bei den Hypercom Geräten liegt dafür eine Treiber-CD bei, die Ihnen eine einfache Installation dieser CT-API und den zugehörigen Gerätetreibern ermöglicht.

Meist ist so eine CD aber schon inaktuell, wenn sie bei Ihnen ankommt, sodass empfohlen wird ggf. den aktuellsten Treiber von der Homepage zu laden:

https://www.medline-online.com/support/medcompact.html

Nachfolgend die beispielhafte Installation unter Windows. Ähnlich komfortabel verlaufen auch die Installationen unter Linux und MAC. Alle Treiber werden mit einer ausführlichen Anleitung ausgeliefert.

Autostart-Seite nach Einlegen der CD

Die Treiberseite wird nach der Auswahl von „Treiber und Software“ aktiviert.


CT-API Treiber und Anleitungen

Das Windows CT-API Installationspaket führt nach einem Start einfach und komfortabel durch die Installation.

Installationsprogramm unter Windows

Nach der erfolgreichen Installation kann das medCompact am PC angeschlossen werden, wenn nicht schon geschehen. Beim Aktivieren aus der Praxissoftware heraus geht die Beleuchtung der großen Kontaktiereinheit für die eGK bzw. KVK an. Beim Lesen von der Karte blinkt der sog. Light-Guide und zeigt damit Aktivität zur Karte an. Alle getesteten Karten funktionierten im medCompact einwandfrei, das korrekte Stecken der Karten ist intuitiv und sehr einfach.


Überprüfungs- und Testprogramm – medView

Hypercom liefert ein komfortables Testprogramm mit, das die Überprüfung der Installation und der korrekten Funktion des Kartenlesegerätes erheblich vereinfacht.

Dazu installiert man das Programm medView auf dem PC und startet es. Nach dem Start wird automatisch nach angeschlossenen Geräten am USB-Port gesucht. Natürlich ist es auch möglich, Geräte die am COM-Port angeschlossen sind zu überprüfen. Dazu ist aber eine manuelle Auswahl des zugehörigen COM-Ports nötig.

Das Programm liest KVKs, eGKs und HBAs oder Signaturkarten aus und zeigt Teile des Inhalts in Form einer Chipkarte an. In einem Extra Fenster werden weitere spezielle Informationen dargestellt, die eindeutig tieferer technischer Natur sind.

Testprogramm medView


Kompatibilität zu Primärsystemen / Praxisprogrammen

Das medCompact wird von einer sehr großen Anzahl von Primärsystemen unterstützt. Dazu gehören auch alle „Großen“.

Eine ausführliche  und aktuelle Kompatibilitätsliste kann auf der Hypercom medline Homepage unter folgendem Link herunter geladen werden:

https://www.medline-online.com/fileadmin/medline_relaunch/Support/Kompatibilitätsliste_medline_HP.pdf

Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass es bei der Konfiguration in den Softwaresystemen darum geht, die CT-API DLL-Bibliothek im Praxisprogramm unter einer Kartenleserkonfiguration auszuwählen und den richtigen Anschluss-Port zu übergeben.

Der DLL-Name für die stationären Hypercom-Lesegeräte lautet cthyc32.dll.

Hypercom hat es erfolgreich geschafft, mit nur einer DLL den V.24 COM Port und den USB Betrieb zu verheiraten. Dies hat leider zur Folge, dass man wissen muss, dass das medCompact, wenn unter USB angeschlossen, mit der Portnummer 48 zu konfigurieren ist.

Dies ist leider erst nach Lektüre der CT-API Installationsanleitung ersichtlich.

Einige Praxissoftwarehersteller haben für das Hypercom medCompact eine USB-Auswahlbox bei Ihrer Konfiguration geschaffen, hinter der sich dann die Nummer 48 verbirgt. Dies erleichtert dann die Einbindung.

Bei seriellen Schnittstellen muss die Portnummer der COM-Port-Nummer der seriellen Schnittstelle entsprechen.

Eine Autosuchfunktion haben einige andere Softwarehersteller programmiert, dort entfällt das Einrichten des Ports dann gänzlich.

Fazit

Beim medCompact handelt es sich um ein hochwertig verarbeitetes und formschönes Kartenlesegerät, das für den Leistungserbringer wie den Patienten einfach zu bedienen und zu handhaben ist.

Die Installation und Einrichtung auf dem PC verläuft ebenfalls problemlos.

Das Gesamtkonzept wirkt durchdacht und da im Zubehör alle zugehörigen Kabel mitgeliefert werden, entstehen keine weiteren Zusatzkosten, sollten Sie das Gerät seriell anschließen müssen.

Die Bedienungsanleitungen und Beschreibungen sind verständlich und übersichtlich gehalten und helfen bei den meisten Problemen.

Die Homepage des Herstellers www.medline.hypercom.com bietet alle nötigen Informationen und ist ebenfalls übersichtlich gehalten. Es sind alle Treiber und Dokumentationen zu finden und eine FAQ ist ebenfalls vorhanden.

Hypercom gibt für das medCompact eine UVP von 389€ incl. MwSt an.

Testbericht Hypercom eHealth Kartenlesegeräte medCompact – medMobile – medHybrid


Einleitung

Ich hatte die Gelegenheit einige Geräte von Hypercom zu testen und werde im Folgenden in einer Artikelserie über meine Erfahrungen ausführlich berichten. Im ersten Teil geht es um das medCompact, in den weiteren kommenden Teilen um die Treiber und das medMobile und das medHybrid.

Der Hersteller Hypercom bietet ein komplettes Produktportfolio an Kartenlesegeräten rund um die elektronische Gesundheitskarte an. Dazu gehören zwei stationäre Leser (medCompact und medHybrid), ein mobiler Leser (medMobile) und eine Einbaulösung für Selbstbedienungskonzepte (medModular) für z.B. eHealth-Kiosksysteme bei der Anmeldung.


medCompact, medMobile und medHybrid

Dieser Testbericht geht dabei nur auf die von den KV / KZV bezuschussungsfähigen Kartenlesern medCompact, medMobile und medHybrid ein und soll Ärzten, Zahnärzten und anderen Leistungserbringern einen Überblick über die eHealth-Kartenleser der Firma Hypercom geben.

Alle drei Kartenleser haben eine Zulassung der gematik (BCS bzw. mobKT) und können somit auch ohne Hardwaretausch durch einfaches Softwareupdate für die Phase 2 der elektronischen Gesundheitskarte im Online-Fall benutzt werden.

medCompact

Das medCompact wird in der Basisversion mit einem großen Kartenleser für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) bzw. die Krankenversichertenkarte (KVK) und einem verriegeltem Kartenleser für den Heilberufsausweis (HBA) ausgeliefert. Diese sogenannte 2-Slot Variante stellt für Hypercom das Standard-Gerät dar, das alle Ansprüche eines Leistungserbringers an ein stationäres BCS-Kartenlesegerät erfüllt.

Zusätzlich befinden sich an den Seiten weitere 3 SMC-Kartensteckplätze. Diese sind für kleine Chipkarten geeignet, deren Größe man von den SIM-Karten der Mobiltelefone kennt. Diese Kartensteckplätze werden aber erst für die Online-Phase der Gesundheitskarte interessant.

Zusätzlich bietet Hypercom das Gerät auch als 1-Slot Variante mit nur einem großen Leser für die eGK / KVK an.

Für die Online-Phase sind dann noch weitere Leser mit mehreren HBA-Slots vorgesehen.

Verpackung und Lieferumfang

Das medCompact wird in einem praktischen, umweltfreundlichen Papp-Karton geliefert, der auch direkt als Versandkarton benutzt werden kann.

Nach dem Öffnen der Verpackung fällt einem sofort das umfangreiche Zubehör des Terminals ins Auge, dazu gehört:

–          Serielles V.24 Anschlusskabel

–          USB Anschlusskabel

–          LAN Kabel (wichtig für Online-Phase)

–          CD mit Treibern für Windows, Linux und MAC inkl. ausführlicher Bedienungsanleitung und weiteren Hilfsprogrammen

–          Ausgedruckte Kurzbedienungsanleitung mit weiteren Hinweiszetteln

–          Sicherheitshinweis zum Siegel

–          Reinigungskarte für die Chipkartenkontaktierung

–          Steckernetzteil (unter dem medCompact)

Nach dem Herausnehmen des Zubehörs befindet sich unter einer Schutzebene das Hauptgerät – medCompact. Es ist nochmals zusätzlich in einer Plastiktüte verpackt.

medCompact 2-Slot Kartenlesegerät

Gehäuse, Anschlüsse, Bedienung und Verarbeitung

Der erste Anblick erschlägt einen ein wenig und das Gerät kommt einem sehr groß vor, gerade wenn man die kleinen filigranen Signaturkartenleser gewohnt ist. Dieses Gefühl legt sich aber schnell und man lernt das Gerät zu schätzen, wenn man das medCompact erst einmal genauer betrachtet und bedient hat.

Das Gehäuse macht einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck, die Spaltmasse sind überall gleich und zeugen von einer guten Verarbeitung. Das große und kontrastreiche beleuchtete Display ist eine Wohltat für die Augen und zusammen mit den großen Tasten und einem sehr guten, beleuchteten Einfügetrichter für die Versichertenkarten kann dem Gerät eine barrierefreie Bedienung bescheinigt werden.

Das Display ist zusätzlich mit einer festen Linse geschützt und die Kabelanschlüsse warten mit einer pfiffigen Zugentlastung und einer Abdeckklappe auf, die mechanische Beschädigungen weitestgehend ausschließen.

Anschlüsse medCompact / Zugentlastung / Klappe

Nicht sofort ersichtlich ist das Öffnen der Zugentlastung. Nach Studium der Bedienungsanleitung und unter Zuhilfenahme der ausführlichen FAQ auf der Hypercom medline Homepage, zeigte sich aber, dass man diese einfach durch schieben – ohne Einsatz von Werkzeugen – öffnen kann.

Als Anschlüsse finden sich unter dem Gerät:

–          Stromversorgung

–          Seriell – V.24 (für den Anschluss an das Primärsystem)

–          USB-Slave (für den Anschluss an das Primärsystem)

–          USB-Master (für zukünftige Erweiterungen z.B. Fingerabdruckleser)

–          2 LAN Buchsen im Switch Betrieb (für den zukünftigen Anschluss im eHealth-KT Modus – Online-Phase)

Alle Anschlüsse sind durch einen Deckel geschützt und sind nicht sichtbar.

Das Gerät kann durchgängig von oben mit einer Hand bedient werden und besitzt dafür auch die nötige Stand- und Rutschfestigkeit. Es macht dadurch am meist beengten Empfangstresen seine leichte Übergröße bei Weitem wieder wett.

Zusätzlich kann man das medCompact mit einem Standardsicherheitsschloss (sog. Kensington Lock) vor Diebstahl schützen.

Inbetriebnahme, Installation und Nutzung

In der Phase 1 (sog. Basis Rollout) kann das Gerät über die serielle Schnittstelle V.24 oder USB angesteuert werden. Bei USB-Betrieb empfiehlt  die Bedienungsanleitung, die Treiber vor dem Anschluss am PC zu installieren. Eigene Tests haben aber gezeigt, dass es auch in umgekehrter Reihenfolge funktioniert.

Inbetriebnahme

Nach dem Anstecken der Stromversorgung fährt das Gerät das erste Mal hoch und man muss ein mindestens 8-stelliges Administratorpasswort vergeben. Dieses Passwort sollte man sich gut merken. Besser ist es, dieses Passwort aufzuschreiben, in einen Umschlag zu stecken und für später an einem gesicherten Ort zu hinterlegen. Es wird für Konfigurationen und auch für das Update zur Online-Phase zwingend benötigt.

Danach sieht man dann im Display den Startbildschirm, der in 3 Teile aufgeteilt ist:

–          Überschrift – Gesundheitskarte

–          Benutzer-Ein/Ausgabe- und Menübereich

–          Statuszeile

Die Stauszeile informiert einfach und übersichtlich über den aktuellen Zustand / Modus des Kartenlesers und ist sehr hilfreich bei allen Supportfragen. Zusätzlich ist sie wirklich nützlich bei der eigenen Fehlersuche, wenn mal etwas nicht so richtig funktioniert.

Display mit Statuszeile V.24 Modus

Nach dem Drücken der Menü-Taste kommt man in eine gut geordnete Menüstruktur, in denen man Informationen zum Gerät, einen vollständigen Selbsttest und andere praktische Konfigurationsmöglichkeiten hat. So gibt es z.B. auch einen sog. Ruhemodus, der im Gerät in eine Art Stromsparmodus aktiviert und dabei auch das Display und den Leuchtbalken ausschaltet. Auf alle Menüpunkte soll hier aber nicht weiter eingegangen werden, da dies den Rahmen des Testberichts sprengen würde.

Nun muss man sich entscheiden, ob man das Gerät seriell am COM-Port des Praxis-PCs oder am USB-Anschluss betreiben möchte.

Nach dem ersten Start ist das Gerät standardmäßig auf V.24 eingestellt. Auf USB ist es leicht im Menü mit Hilfe des Administratorpasswortes umkonfiguriert. (Menü-Punkt: Kommunikation -> USB)

Je nach gewollter Anschlussart, muss nun dann entweder das serielle Kabel oder aber das USB Kabel an das medCompact und den Praxis-PC angeschlossen werden.

Kassen protestieren gegen die Maßnahmen zur beschleunigten eGK Einführung [Update]


Wie von mir berichtet, drohen den gesetzlichen Krankenkassen empfindliche Geldstrafen, wenn sie nicht bis Ende 2011 mindestens 10% ihrer Versicherten mit der Gesundheitskarte ausstatten.

In einer aktuellen Stellungnahme protestiert der GKV Dachverband gegen diese Gesetzesänderung, die unmittelbar bevorsteht:

„Den vorgeschlagenen Änderungsantrag, wonach die Kassen mit einer Kürzung ihrer Verwaltungskosten in Höhe von zwei Prozent ‚bestraft’ werden, wenn sie nicht bis Ende 2011 an mindestens zehn Prozent ihrer Versicherten die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ausgegeben haben, halten wir weder für sachgerecht noch für angemessen. Vielmehr birgt er die Gefahr, dass die Kassen zu unwirtschaftlichem Verhalten gezwungen werden, um die vorgesehenen finanziellen Konsequenzen zu vermeiden.

Zurzeit müssen wir davon ausgehen, dass bis zu dem avisierten Termin bei Weitem nicht alle Arzt- und Zahnarztpraxen mit Kartenlesegeräten ausgestattet sein werden. Denn dafür müsste die Ärzteschaft bereits jetzt beginnen, umfängliche logistische Voraussetzungen zu schaffen. Wenn die Arztpraxen nicht mehrheitlich über moderne Kartenlesegeräte verfügen, müssten die Versicherten auf absehbare Zeit zwei Karten mit sich führen – eine alte und eine neue Versichertenkarte. Hinzu kommt: Ändern sich Versichertendaten, müssten zudem immer zwei Karten ausgetauscht werden, da eine Online-Aktualisierung noch nicht zur Verfügung steht.

Es drohe ein Chaos in den Praxen, wird behauptet.

Insgesamt kann man aus dieser Reaktion ableiten, dass die Kassen nicht vor hatten 2011 bereits mit der Ausgabe der eGK zu beginnen. Ansonsten ist die Reaktion nicht verständlich. Die Hersteller der Lesegeräte und der damit verbundenen Hardware jedoch können die Geräte nicht beliebig vorrätig halten und sind erwiesenermaßen wirtschaftlich teils bereits am Ende, haben sie doch große Investitionen getätigt, ohne bislang damit Umsätze tätigen zu können. Folgerichtig begrüßt der Dachverband BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) die Maßnahme des Bundesgesundheitsministers.

Eine Stellungnahme des Bundesgesundheitsministers auf die Reaktion der GKV liegt bereits vor:

Zu den wiederholten Mahnungen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zu bremsen, sagt Staatsekretär Stefan Kapferer: „Ein modernes Gesundheitswesen benötigt funktionsfähige und sichere Wege der elektronischen Kommunikation und eine elektronische Gesundheitskarte. Patienten und Versicherte erwarten zu Recht, dass der Austausch
von Informationen zwischen Ärzten sicher und der Datenschutz gewährleistet ist und dass im Notfall wichtige medizinische Informationen schnell zur Verfügung stehen. Das soll das neue System leisten, außerdem wird die Karte zukünftig die unberechtigte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu Lasten der Versichertengemeinschaft verhindern. Das spart Kosten und sollte im Interesse der Kassen sein.
Es ist mir unverständlich, wie die Kassen heute Regelungen in Frage stellen können, die sie gestern noch selbst beschlossen haben. Ich fordere alle Beteiligten auf, sich an die gemeinsamen Absprachen zu halten und diese zügig umzusetzen.“

Demnach ist eine Änderung des Vorhabens nicht zu erwarten. Zu Recht, wie ich meine.

[Update vom 8.11.10]: Den originalen Gesetzestext bzw. den Änderungsantrag gibt es hier.

Quellen:

Welt

BMG Bund

Stellungnahme GKV

Stellungnahme BITKOM

Gesetzestext / Änderungsantrag

Installationsvideo für Hypercom medCompact 2.0 über USB


Nicole Boysen von der Via da Vinci Dialog GmbH erstellt gelegentlich Videos zur Installation der eGK Leser, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Das Video führt schritt für Schritt durch den Installationsprozess.

Quelle:

Via da Vinci Dialog GmbH (der Link war defekt, wurde am 29.9. erneuert)