Expertenanhörung zur Gesundheitskarte im Bundestag


Am Mittwoch, den 4. November fand im Deutschen Bundestag eine öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses statt. Dabei beschäftigte man sich unter anderem mit den zuvor abgegebenen schriftlichen Stellungnahmen der Verbände zum geplanten Gesetz.

Es wurde unter anderem deutlich, dass Daten aus den Testgebieten zum Ende April 2016 noch nicht vorliegen werden, weil die Industrie aktuell die Komponenten nicht rechtzeitig liefern kann. In dem Zusammenhang sind offenbar Sanktionen für die Gesellschafter der gematik vorgestehen, die von den Verbänden aber mit Hinweis auf die Industrie abgelehnt werden.

Als erster „Mehrwertdienst“ ist der Notfalldatensatz (NFD) vorgesehen  über dessen Praktikabilität angesichts einer Planung aus dem Jahr 2006 diskutiert wurde. So seien damals z.B. noch keine USB Sticks verfügbar gewesen, so dass die Planungen darauf keine Rücksicht hätten nehmen können.

So wurde darauf hingewiesen, dass die Zeitläufe technisch gesehen über das Projekt hinweg gegangen sind. Vorgesehene Schnittstellen zum Patienten (z.B. ein Kiosk um Daten einzusehen) seien mitlerweile lebensfremd.

Ziel des Gesetzentwurfes ist es vor allem, die Teilnehmer am Gesundheitswesen besser miteinander zu verbinden. Es wurde beklagt, dass mit dem KV Safenet bereits Paralellstrukturen existieren, die nicht den hohen Anforderungen des BSI unterliegen, im Gegensatz zu den Komponenten der zentralen Telematik Infrastruktur der gematik.

Quelle:

Bundestag.de

Heise

schriftliche Stellungmahmen der Verbände

Deutsches Ärzteblatt

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KV-Connect Erfahrungsbericht – Teil 1


Ich habe bereits kurz zu KV-Connect Stellung bezogen und so wird es nun Zeit für einen ersten Erfahrungsbericht.

In einem ersten Teil berichte ich über die Systemvoraussetzungen und den Antragsweg bis zur fertigen Installation im Bereich KV Nordrhein.

Wie bekannt, sind die Methoden zur elektronischen Übermittlung von Abrechnungsdaten einer Kassenarztpraxis zu der jeweils zuständigen Bezirksstelle regional erheblich unterschiedlich, hier ist absehbar noch nichts vereinheitlicht.

In der KV-Nordrhein wurde bislang überwiegend D2D („doctor-to-doctor“) bis Mitte des Jahren sogar noch via ISDN, seither ausschließlich per DSL durchgeführt. Das andernorts bereits gut eingeführte KV-Connect ist hier noch in den allerersten Anfängen.

Perspektivisch soll über dieses System nicht nur die Abrechnung, sondern auch DMP und z.B. Hautkrebsscreening Daten übermittelt werden und sogar elektronische Arztbriefe, dies ist bislang aber noch nicht realisiert.

Bis da hin wird also eine Abrechnung über KV-Connect, die anfallenden Daten von z.B. DMP aber weiterhin über D2D übermittelt. Dies scheint mir auch der Grund für die nach meiner Meinung bevorstehende Verlängerung der „Abschaltefrist“ von D2D zu sein, die zumindest bisher für Anfang 2016 in Nordrhein vorgesehen war.

Ich werde in nächster Zeit sporadisch über meine Erfahrungen als Testkunde in Nordrhein für KV-Connect im Zusammenhang mit meinem Abrechnungssystem medatixx-ISYNET berichten.

Wer sich einen ersten Überblick über das System verschaffen will, kann dies hier tun. Das Antragsformular für den Bereich KV-Nordrhein bekommt man hier. (pdf Datei)

Erste Voraussetzung ist KV Safenet. Dafür ist ein geeigneter KV-SafeNet-Anbieter auszuwählen, der einen vorkonfigurierten KV-SafeNet-Router zur Verfügung stellt. Informationen hierzu bekommt man hier (pdf Datei). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um einen Router, der nur eine gesicherte Verbindung zum KVSafenet zulässt. Technisch ist das über verschiedene Provider mit durchaus unterschiedlichen Geräten zu realisieren. Die Bundes KV stellt auch eine vergleichende Preisliste zur Verfügung.

Für KV SafeNet fallen geringe monatliche Gebühren an. Die Installation lässt man am Besten durch das Systemhaus durchführen, welches die Betreuung des Arztinformationssystems (bei mir ISYNET) übernimmt.

Man erhält dabei übrigens ein Konfigurationsblatt mit wichtigen Daten zur Einstellung, da man unbedingt aufbewahren sollte. Ich habe es eingescannt und auf den Server gelegt, damit es nicht verloren geht.

Ist KV SafeNet installiert, kommt der nächste Schritt. Man füllt nun das oben bereits verlinkte Anmeldeformular aus und erhält einige Tage späte Zugangsdaten per Postident Verfahren zugeschickt. Dies ähnelt dem Verfahren beim elektronischen Arztausweis.

Hat man diese Daten bekommen, wird es Zeit sich beim Systemhaus um einen Installationstermin für KV-Connect zu bemühen. Die Installation ist nicht trivial und kann nicht selbst durchgeführt werden. Mit den erhaltenen Zugangsdaten (wie oben beschrieben per Postident-Verfahren zuvor erhalten) meldet man sich während der Installation einmalig beim Server an und ist von da an als einsendende Adresse dort registriert.

Wie sich später herausstellen sollte, ist die die Installation bislang noch ein rein manueller Vorgang (keine regelrechte Installationsdatei, die einfach zu starten wäre) und ist damit leider fehleranfällig. Außerdem können die Systemhäuser das KV Connect somit nicht mit ihrer übrigen Software ausliefern und installieren lassen, sondern es muss zumindest bislang immer ein Techniker ins Haus kommen, der die Installation manuell durchführt.

Es soll aber Bestrebungen geben, dies in Zukunft zu ändern.

Im zweiten Teil werde ich über erste Erfahrungen in der Anwendung berichten.

Die Zusatzkomponenten des Arztausweises. 4. DGN KV-Safenet


safeneta

KV-SafeNet ist ein  von den KV Bayern, Nordrhein und Westfalen-Lippe eingeführtes Virtual private network (VPN) für die Anbindung von Leistungserbringern im Gesundheitssystem wie Ärzten und Krankenhäusern an die Rechenzentren der Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese Anbindung erlaubt dann die Nutzung von Telematik Diensten wie der Übertragung der Daten aus dem DMP-Programm.  KV-SafeNet wurde inzwischen von anderen Kassenärztlichen Vereinigungen übernommen.

Das KV-SafeNet ermöglicht teilnehmenden Ärzten den gesicherten Zugriff auf Telematik-Anwendungen, die ihre KV anbietet – etwa Online-Abrechnung, elektronische DMP-Dokumentation oder Austausch von e-Arztbriefen. Über ein Virtual Private Network (VPN) werden die Praxiscomputer und -netzwerke mit den KV-Rechenzentren verbunden. Hierbei kommen zertifizierte Konnektoren zum Einsatz, die zusätzlich zur gesicherten VPN-Anbindung an das KV SafeNet über eine integrierte Firewall-Funktionalität verfügen und somit einen sicheren elektronischen Datentransfer gewährleisten.

Die DGN Service GmbH ist zertifizierter Provider für das KV-SafeNet über die man den Zugang erhält.

Quellen:

KV No