Schwachstelle in den eGK Lesegeräten? [Update]


Elektronische Gesundheitskarte – Tests haben eine Schwachstelle in den Kartenterminals des laufenden Basis-Rollouts entdeckt. Sie ist umgehend zu beheben, fordern KBV, KZBV, BÄK und BZÄK. Patientendaten sind nicht betroffen. So oder ähnlich lauteten die Meldungen in der letzten Woche. Der originale Artikel im Merkur kann hier nachgelesen werden.

Meine Kommentare hierzu:

  1. Im aktuellen Basis Rollout der eGK werden PINs überhaupt nicht verwendet. Die Karte hat zunächst keine andere Funktion als die alte KVK. Wo keine PIN ist, kann auch keine ausgespäht werden.
  2. PINs werden nämlich erst im zukünftigen Online Szenario gebraucht und dessen technische Spezifikationen werden aktuell in der Pflichtenheft-Phase überhaupt erst entwickelt. Was genau kommen wird wissen wir erst nach Ende der Pflichtenheftphase, wohl Anfang 2012. Dann erst stehen die genauen Spezifikationen für den Onlinebetrieb fest. Viel Zeit für Sicherheitsupdates.
  3. Die Kartenlesegeräte waren von Anfang an auf ein Update ausgelegt, schon deshalb, weil sie im aktuellen Zustand nur für den Offline Rollout gedacht sind. Erst durch ein Update, das schon immer vorgesehen war, sind die Lesegeräte auf die Online Situation vorbereitet. Es dürfte leicht sein, hier in Zukunft ein Sicherheitsupdate einzubinden, um das aktuelle Problem aus der Welt zu schaffen.
  4. Die Lesegeräte, mit den heute die meisten Ärzte arbeiten, um ihre Abrechnungen zu signieren, haben in dieser Hinsicht die gleiche Funktionalität wie die eHealth-BCS-Geräte für die eGK, so dass auch hier die PIN theoretisch ausgespäht werden könnte. Dazu sagt aber keiner was.
  5. Das geschilderte Angriffsszenario stellt ein Sicherheitsmangel beim Arztrechner dar und nicht bei der eGK.  Ein Zugriff auf die PIN wäre über den Praxis-PC nämlich nur dann – theoretisch – denkbar, wenn ein entsprechender Virus (Trojaner) den Rechner des Arztes infiziert hat. Und der muss da erst mal hinkommen. Denn das wäre nur durch eine Nicht-Einhaltung der KBV Bestimmungen denkbar.  Denn die sehen vor, dass ein Arztrechner etwas verkürzt dargestellt nur über Hardwarefirewall, VPN Tunnel und Virenchecker überhaupt ans Internet darf. Bei einer Praxis, die diese Hinweise der KBV ernst nimmt, dürfte das Szenario der Leistungserbringerorganisationen theoretisch bleiben.
  6. Die PIN alleine nützt wenig. Um an Patientendaten zu kommen muss man zumindest in der alten Spezifikation auch die eGK selbst haben und im Einzelfall einen Heilberufeausweis nebst dessen PIN, je nachdem was man ausspähen will. Um es an dieser Stelle deutlich zu sagen: Patientendaten sind überhaupt nicht betroffen

[Update] Mitlerweile gibt es eine Stellungnahme des BSI, das im Wesentlichen in die gleiche Richtung argumentiert

 Artikel im Merkur

Pressemitteilung der KBV

Leitfaden „Anforderungen an Hard- und Software in der Praxis Hinweise zum Datenschutz – Ein Leitfaden für Ärzte und Psychotherapeuten“ vom Februar 2010

Pressemitteilung der gematik

Stellungnahme des BSI

Concat liefert die KoCo Box mit Support


Die KoCo Connector AG wurde im August 2007  gegründet. Sie entwickelt im Kerngeschäft einen spezifikationskonformen Serienkonnektor. Er ist eine der wichtigsten Komponenten in der Telematikinfrastruktur für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in der kommenden Onlinephase des eGK rollouts.

Die im Moment politisch diskutierten Hausarztverträge mit dem Hausärzteverband sehen im Vertragstext (Beispiel Vertrag mit der TK, §3 (2) g)  eine Onlineanbindung vor, sobald diese zur Verfügung steht.  Hierfür werden ebenfalls die gematik konformen Konnektoren eingesetzt. Die benötigte Konformitätsbescheinigung vom Hausärzteverband wurde nun erteilt.

Die KoCo-Box ist somit einsatzfähig für die Vernetzung im Rahmen von Selektivverträgen nach § 73c SGB V und für die  Hausarztvernetzung nach § 73b SGB V und steht zertifizierten Providern für KV-SafeNet offen. Zukünftig bindet sie die Primärsysteme sicher in die zentrale Telematikinfrastruktur des Gesundheitswesens ein.

Vor Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) bindet sie Arztpraxen an Hausarztvernetzung und Selektivverträge an.  Zukünftige Anwendungen sehen nach Einführung der IT Infrastruktur u.a. die Aktualisierung der Versichertendaten (VSDD) sowie das Abrufen/Aufspielen elektronischer Arztbrief (MWK-LE) und von  elektronische Formulare mit qualifizierter Signatur vor. Weiteres ist in Vorbereitung.

Auf Basis höchster Sicherheitsstandards können Haus- und Fachärzte die genannten Verträge mit der Krankenkasse online verwalten oder Abrechnungen übermitteln.

Im Gegensatz zur noch ausstehenden Finanzierungsvereinbarung im Bundesprojekt ist in Baden-Württemberg die Investition der Infrastruktur bereits geregelt und umgesetzt. Die Anschaffung der notwendigen Komponenten wird durch den Arzt getragen und durch die extrabudgetäre Vergütung amortisiert. Schnellere Quartalsabrechnung, geringere Abzüge sowie die extrabudgetäre Vergütung sind nur einige Vorteile, die die teilnehmenden Ärzte durch die Selektivverträge haben, berichtet Emily Andreae von der KoCo Konnector AG  in einem Interview.

Meines Erachtens nach sollte in der aktuellen Diskussion der angeblich zu hohen Honorare, die diese neuen Verträge für den Hausarzt bedeuten, berücksichtigt werden, dass zumindest im Moment  der Arzt die notwendige TI Infrastruktur, also den Konnektor, noch selbst bezahlen muß und natürlich durch die höheren Honorare gegenfinanziert, die diese Verträge bedeuten,  zumindest solange, bis eine bundesweite Finanzierungsvereinbarung existiert.  Der momentane Angebots-Preis von Concat (abhängig vom Dollarkurs) ist incl. Installation und 3 Jahre Softwaresupport bei 1.861,16€ incl. Mwst.

Nachtrag vom 23.7.10: Ich habe das Bild des Konnektors gegen ein aktuelles Bild des Herstellers ersetzt. Herzlichen Dank an Herrn Brockt von der concat AG.

Nachtrag vom 27.7.10: Der Produktflyer wurde aktualisiert sowie die Stempel

Quelle:

Pressemitteilung

weitere Pressemitteilung

Produktflyer

Homepage der KoCo Connector AG

Concat AG

Interwiew zum Thema

Bestellschein KoCoKonnector mit Preis

Verschlüsselung von Dateien mit dem elektronischen Arztausweis – Hinweise zur Openlimit Software


Mittlerweile ist zumindest in Nordrhein der elektronische Arztausweis weitgehend verfügbar. Ich hatte über das Antragsverfahren und erste Erfahrungen mit dem elektronischen Arztausweis bereits vor längerer Zeit berichtet. Hier noch einmal eine Übersicht der wesentlichen Berichte:

Details zum neuen Arztausweis

Der neue Heilberufeausweis ist angekommen – 4 Monate nach dem Antrag

Das Antragsverfahren zum neuen Arztausweis – ein Erfahrungsbericht

Nachtrag zum Artikel über das Antragsverfahren zum neuen Arztausweis

Der elektronische Heilberufeausweis macht’s möglich: Online-Abrechnung digital signiert

Mit dem elektronischen Arztausweis erhielt man in Nordrhein auf Wunsch auch ein kleines Kartenlesegerät (nicht zu verwechseln mit einem eGK Lesegerät!) und eine Signatursoftware Openlimit SignCubes. Diese wird zur Signatur und /oder Verschlüsselung von Dateien verwendet. Unter anderem kann man in Nordrhein damit bereits als Kassenarzt seine Abrechnung elektronisch signieren.

Im folgenden möchte ich mich mit der Verschlüsselung (also nicht Signatur!) von Dateien mit der erwähnten Ausstattung, also Openlimit Software, Kartenlesegerät und Arztausweis, beschäftigen. Im Grundsatz werden für die Verschlüsselung zwei Schlüssel gebraucht, ein öffentlicher und ein privater, letzterer ist auf dem Ausweis selbst untergebracht. ein Beispiel: Dr. A will Dr. B einen verschlüsselten Arztbrief schicken. Dazu benötigt er dessen öffentlichen Schlüssel (aus einem Verzeichnis), verschlüsselt die Datei mit Hilfe dieses Schlüssels und der Signatursoftware Openlimit signCubes und verschickt die Datei an den Kollegen Dr. B.   Die Datei ist nun so verschlüsselt, dass sie nur vom Kollegen B mit Hilfe des privaten Schlüssels (auf dessen Arztausweis) entschlüsselt werden kann.

Ich habe erste Erfahrungen mit genau diesem Vorgang gemacht und konnte eine Datei verschlüsselt mit einem Kollegen austauschen. Zunächst benötigt man für den Verschlüsselungsvorgang den öffentlichen Schlüssel des Kollegen. Den kann man jedesmal nachschlagen (Hinweise hierzu am Ende des Artikels) oder aber man läßt die Software „automatisch“ in einem Verzeichnisdienst nachschlagen. Dazu müssen aber einige Einstellungen gemacht werden. Den entsprechenden Vorgang möchte ich unter Windows XP hier schildern.

1. Verschlüsselung einer Datei mit der  Openlimit Software

Man geht wie folgt vor: Rechtsklick auf die zu verschlüsselnde Datei aus dem Windows  Explorer, Menueauswahl „Openlimit Sign Cubes“, dann „Datei verschlüsseln“, es öffnet sich ein Fenster zur Auswahl des Zertifikates. Bereits installierte Zertifikate sind links im Fenster dargestellt, neue erhält man entweder  indem man über die Schaltfläche „aus Datei“ die Zertifikatsdatei auswählt, die man zuvor manuell geladen hat oder aber man wählt die Schaltfläche „weitere“ und kommt an den Verzeichnisdienst:

Bild 1: Auswahl des Zertifikates, für das verschlüsselt werden soll

Bild 2: Der Verzeichnis client

Genau hierum geht es im folgenden. Dort vermisst man leider in der normalen, d.h. nicht angepassten Version der Software das Verzeichnis von medisign für die öffentlichen Zertifikate der Schlüssel. Die Verzeichnisse müssen manuell eingetragen werden. Dazu ist eine Anpassung notwendig.

2. Anpassung des OPENLIMIT Signcubes Verzeichnis-clients

Dazu fügt man  in der Datei siqLDAP.ini (C:\Programme\OPENLiMiT) die nachfolgend aufgelisteten drei Einträge hinzu (nachdem man sich eine Sicherheitskopie dieser Datei irgendwohin gespeichert hat!)

——————————————————
[DGN Service/Medisign 2103]
Server=ldap.medisign.de
SearchBase=ou=Mandant2103,o=ENC,c=de
Port=389

[DGN Service/Medisign 2104]
Server=ldap.medisign.de
SearchBase=ou=Mandant2104,o=ENC,c=de
Port=389

[DGN Service/Medisign 2116]
Server=ldap.medisign.de
SearchBase=ou=Mandant2116,o=ENC,c=de
Port=389
——————————————————

Startet man nun den Verschlüsselungsvorgang wie oben beschrieben, so hat man drei neue Servereinträge, die man zur Auswahl des Namens der Reihe nach durchprobiert.

3. Hinweise zur Namenssuche im Verzeichnis-client

Gesucht werden kann nur nach Namen, nicht aber nach Email-Adressen.  Dabei gelten einige Regeln:

Über ‚Start‘ wird der Suchvorgang aktiviert. Mit * setzt man einen Platzhalter.

Suchvarianten:

mei*  –  alle, deren Nachname mit „mei“ beginnt

*mei*  –  alle, deren Nachname oder Vorname „mei“ beinhaltet

meier* – alle, deren Nachname mit „meier“ beginnt.

Die  selektierten Zertifikate werden dann direkt zum Verschlüsseln benutzen und lokal installiert. Man klickt auf ‚Übernehmen‘, ‚Installieren‘ und dann auf ‚Fertig stellen‘.

Die aufgeführte Erweiterung der INI Datei wurde auf meine Anfrage ausdrücklich vom Support von Openlimit empfohlen und frei gegeben. Auf meinem Rechner funktioniert es einwandfrei, wenn man in der Suchmaske das Sternchen  wie oben erwähnt verwendet.

4. Hinweise zur manuellen Suche nach den öffentlichen Teilnehmerzertifikaten

Will man Openlimit SignCubes nicht wie oben dargestellt anpassen, muß man den Schlüssel des Kollegen, an den man die Datei verschicken will jedesmal neu suchen und die Schlüsseldatei in dem Verzeichnis client wie oben dargestellt auswählen. Durch Doppelklick auf die Schlüsseldatei ist der Schlüssel für zukünftige Verwendung dauerhaft installiert und findet sich im dem Verzeichnis-client nun im dem linken Fenster. (Siehe Bild 1).

Manuell findet man den Schlüssel für die von medisign ausgegebenen Karten hier. Für die Namenssuche gilt das oben gesagte, also Namen werden immer mit „Sternchen“ gesucht. In dem folgenden Fenster kann man das Zertifikat anklicken und danach im DER Format laden. Seltsamerweise gelingt dies ohne Probleme nur mit dem Internet Explorer, nicht mit firefox, das mit einer Fehlermeldung abbricht. Die so geladene Datei muß nun wie oben aufgeführt ausgewählt werden.

Zuletzt erhält man die verschlüsselte Datei die man nun an den Kollegen verschicken kann. Nur er kann nun die Datei entschlüsseln, da nur er den privaten Schlüssel hierzu hat. Im Augenblick muß man die Datei wohl noch per E-Mail verschicken, in Zukunft erfolgt dies in dem geschlossenen System des online rollouts der eGK. Die Verschlüsselung wird dann überwiegend im Hintergrund erfolgen.

Der Vorgang des Entschlüsselns ist dem gegenüber einfacher. Hierüber werde ich in einem weiteren Artiel berichten.

Quellen und Infos:

Seite der ÄkNo zum Arztausweis

Öffentliche Teilnehmer Zertifikate  von Medisign

KV- Onlineabrechnung ─ Teilnehmende Softwarehäuser


pc

Foto von flickr, creative commons, Autor: anh quan

Ich möchte an dieser Stelle einmal eine Liste der Softwarehäuser zusammenstellen, die an der Onlineabrechnung, zumeist via D2D, teilnehmen. Entsprechende Listen findet man an verschiedenen Stellen im Internet.

Nach einer Zusammenstellung der KV gilt mit Stand Ende März 2009:

Folgende Produkte haben den D2D-Funktionstest Online-Abrechnung für die KVen Nordrhein/Sachsen (KVNO/KVS), Baden-Württemberg (KVBW) oder KV Bayerns (KVB) erfolgreich absolviert:

Softwarehaus Produkt KVNO/ KVS KVBW KVB
Abasoft EVA X X X
Aeskulap Aeskulap X X
ALBIS Ärzteservice Product GmbH & Co. KG Albis (telemed KV-SafeNet) X X X
APW-Wiegand GmbH Arztpraxis Wiegand X X X
Arzt & Praxis GmbH medibit (GUSbox) X X X
ASD GmbH & Co. KG Orgaprax X
CompuMED Praxiscomputer GmbH Compumed-M1 (telemed KV-SafeNet) X X X
DATA VITAL GmbH & Co. KG DAVID / DAVID X (telemed KV-SafeNet) X X X
Data Control Datensysteme GmbH MeDo.med (GUSbox) X X X
Data Control Datensysteme GmbH MeDo.win (GUSbox) X X X
DBI Informatik InterMediNet X X X
dc-systeme Informatik GmbH dc-Ross / dc-Pathos X X X
DOCexpert Computer GmbH DOCconnector X X X
Dr. Steinbrecher RST-MED X X X
Duria eG Duria X X X
Ergosoft GmbH PsychoDat X X X
Frey ADV GmbH Quincy (GUSbox) X X X
GENODATA Genoprax (GUSbox) X X X
GLP networks AG star.net X X
GMC Systems mbH MCC Padok X X X
Hasomed GmbH Elefant X X X
ifa systems AG ifa-Augenarzt X X X
INDAMED GmbH MEDICAL OFFICE (GUSbox) X X X
InterData InterARZT (GUSbox) X X X
iSOFT Deutschland GmbH LORENZO Solution Centre X X X
MCS AG MCS-ISYNET X X X
MCS Pie Data GmbH PDE-TOP X X X
Medat Computersysteme GmbH David X X X
Mediamed Systec S3 (GUSbox) X X X
Medistar Praxiscomputer GmbH Medistar (telemed KV-SafeNet) X X X
Momberger Datentechnik praxsys+ X
Neutz GmbH PRO-MEDICO X
new media company GmbH & Co. KG Smarty X X X
NoemaLife GmbH WindoPath X
Pega Elektronik GmbH PegaMed X X X
Pharmatechnik GmbH & Co. KG LinuMed X X X
Pro Medisoft AG PROFIMEDwin X X X
promedico easymed X
PSS Psycom Software Solutions GmbH PSYCOM X
Psyprax GmbH PSYprax X X X
SCHWERDTNER Medizin-Software Q-MED.PRAXIS (GUSbox) X X X
Turbomed EDV GmbH

Turbomed

(telemed KV-SafeNet)

X X X
Zimmer-AL GmbH Data-AL X X X

Im übringen ist entscheidend, dass ab Januar 2010 die Teilnahme an der Onlineabrechnung verpflichtend ist, wie man hier nachlesen kann.

Die Testabrechnung


Eine der wesentlichsten Vorteile der Onlineabrechnung ist die Möglichkeit zur Testabrechnung. Wer nun meint, das könne seine Praxissoftware auch, der irrt gewaltig! Per Testabrechnung steht das amtliche Regelwerk quasi on demand – Tag und Nacht  – für praxisindividuelle Prüfungen zur Verfügung. Nach dem Online-Versand der Abrechnungsdaten erhält die Praxis spätestens drei Stunden später von der KV Nordrhein eine automatisch generierte elektronische Antwort. Diese enthält Informationen zur formalen, aber auch zur inhaltlichen Richtigkeit der Abrechnung. Hierbei werden alle lokalen Abrechnungsbesonderheiten, Sonderziffern, Verträge, zugelassenen und nicht zugelassenen Ziffern, Fachgruppenbesonderheiten etc. automatisch  berücksichtigt, die Praxisverwaltungssoftware kennt nicht notwendig alle Zulassungen und Sonderverträge und würde auch den Eintrag von Ziffern erlauben, für die der Arzt beispielsweise keine Zulassung hat. Die Testabrechnung berücksichtigt dies alles automatisch.

Natürlich kann dies alles auch in der Praxisoftware eingestellt werden, die Testabrechnung jedoch liefert die verbindlichen Kommentare der KV zu ihrer Abrechnung!

Im Grunde handelt es sich um einen Probelauf zur Abrechnung, mit der Möglichkeit die sachlich rechnerischen Berichtigungen schon vorher direkt von der KV zu erfahren – bevor überhaupt die endgültige Abrechnung elektronisch versendet wird. Somit erhält man die Möglichkeit zur Korrektur.

Eine Stunden nachdem die Testabrechnung verschickt wurde, erhält man ein Protokoll mit Hinweisen zu eventuellen Fehlern. Ein Beispiel kann man sich hier ansehen.  In dem Beispiel wurde bei der Patientin „Käthe Test“ die Ziffer 01430 gestrichen, die Begründung ist auch gleich erkennbar. Auf genau diese Art werden alle Patienten, bei denen etwas korrigiert werden musste, Punkt für Punkt durchgegangen, so dass man die Gelegenheit zur Nachkorrektur erhält.

Außerdem werden die Abzüge für die Praxisgebühr aufgeführt inkl. der Gesamtsumme, so dass man wiederum die Möglichkeit erhält, diese Summe mit der eigenen Buchführung zu vergleichen.

Während die Testabrechnung mehrfach im Quartal ad hoc durch die Praxis verschickt werden kann, darf die Echtabrechnung nur einmal im Quartal versandt werden. Der Eingang wird lediglich mit einer Empfangsbestätigung quittiert, es gibt kein Fehlerprotokoll wie bei der Testabrechnung. Die Daten der Echtabrechnung online fließen genauso in den Abrechnungprozess ein, wie die per Diskette übermittelten Abrechnungen.

Zu den technischen Voraussetzungen gehört natürlich D2D. Dazu erfährt man bei der KV:

Zunächst einmal muss die Praxissoftware in der Lage sein, die Daten online zu schicken. Bisher haben dreizehn Softwareprodukte die Integration der Online-Abrechnung mit D2D realisiert und in einem Test bewiesen, dass sie richtig funktionieren. Das Programm von GMC-Systems hat dabei eine Sonderstellung, weil es auf beliebige Praxiscomputersysteme aufgesetzt werden kann. Jede Praxis kann es also unabhängig vom verwendeten Abrechnungsystem einsetzen. [….]

Neben geeigneter Praxissoftware brauchen Sie einen Online-Anschluss. In der Regel ist das bei D2D eine ganz normale ISDN-Verbindung. Es gibt aber auch Anbieter, die mit so genannten Virtuellen Privaten Netzwerken (VPN) arbeiten, die meist mit DSL betrieben werden. Wenn die Technik passt, reicht eine kurze formale Anmeldung bei der KV Nordrhein, dann können die Daten fließen.

Aus meiner Sicht ist die Möglichkeit der Testabrechnung das mächtigste Argument für die Onlineabrechnung.

Details zum Thema

Die Online-Initiative der KV

Artikel im Ärzteblatt zum Thema

eDMP


Ein Teilgebiet der Onlineabrechnung ist das eDMP. Dazu ist zunächst zu definieren:

Ein Disease-Management-Programm (abgekürzt DMP) ist ein systematisches Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen, das sich auf die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin stützt. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden diese Programme auch als strukturierte Behandlungprogramme oder Chronikerprogramme bezeichnet. Hierzu definiert die AOK:

Die Teilnahme an einem Disease-Management-Programm ist für Patient und Arzt freiwillig. Patienten mit entsprechenden chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus Typ 2) können sich bei ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Krankenkasse über Inhalt und Ablauf des Programms informieren. Wenn die Kasse des Patienten ein DMP für die vorliegende Krankheit anbietet und der Patient die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt, kann er sich bei einem in das Programm eingebundenen Arzt, den er damit als seine Koordinierungsstelle auswählt, in das Programm eintragen lassen. Der Patient unterschreibt die Teilnahmeerklärung und seine Einwilligung zur Datenweitergabe. Diese Dokumente werden vom Arzt an die DMP– Datenstelle der AOK weitergeleitet. Der Ärzte bestätigt mit seiner Unterschrift auf der Teilnahmeerklärung das die Teilnahmevoraussetzungen vorliegen und koordiniert von diesem Moment an die Behandlung des Patienten.

Ärzte und Patienten folgen Diagnose- und Therapieplänen, die auf einer aktuellen und gesicherten Auswertung medizinischer Forschung (evidenzbasierte Medizin) beruhen. Verlauf der Behandlung und Therapieziele werden zwischen Arzt und Patient abgestimmt, regelmäßige Folgetermine und ggf. Schulungen vereinbart. Der Arzt dokumentiert den Verlauf der Behandlung systematisch und übermittelt die Dokumentationsdaten elektronisch an die DMP-Datenstelle der AOK Rheinland-Pfalz. Aus diesen Daten erstellte Feedback-Berichte unterstützen den Arzt in der Bewertung der Prozess- und Behandlungsqualität seiner Praxis. Die Aufwendungen für Dokumentationen und programmabhängige Behandlungsgespräche bzw. Schulungen werden gesondert vergütet. (Quelle)

Zu den Ergebnissen dieser Programme schreibt die BARMER:

Weniger Schlaganfälle und Amputationen, eine häufigere leitliniengerechte medikamentöse Versorgung und mehr vorsorgende Augenarztkontakte.

Diabetes-Patienten, die in strukturierten Behandlungsprogrammen (Disease-Management-Programmen) medizinisch betreut werden, haben signifikante Vorteile gegenüber nicht DMP-Patienten, das ergab eine breit angelegte Studie, welche die Barmer jetzt veröffentlichte.

Während DMP bei der Behandlung chronischer Erkrankungen anfangs umstritten war, belegen heute nachweisbare Fakten den Erfolg. Ich bin froh, dass wir als bundesweit größte Krankenversicherung mit unseren Erfahrungen den Versicherten helfen können, von Erfolgsmodellen und einer hohen Qualität der Versorgung zu profitieren, so Birgit Fischer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer.(Quelle)

Ärzte können nur noch an DMP teilnehmen, wenn sie ihre Daten elektronisch erfassen und auch auf elektronischem Weg übertragen. Eine entsprechende Gesetzesregelung wurde mit der Gesundheitsform von 2007 eingeführt.

Ärzte müssen zur Teilnahme am eDMP

Das Versenden stellt in der Regel kein Problem dar, denn die Softwarehäuser haben besonderen Wert auf Anwenderfreundlichkeit und Praktikabilität gelegt. Der elektronische Versand kann vom Anwender innerhalb der Applikation direkt gewählt werden.

Dass Ärztinnen und Ärzte vor allem die Online-Variante nutzen, liegt daran, dass sie deutlich bequemer und sicherer ist als das Versenden von Disketten oder CDs. Bei Disketten kommt es in zehn bis 20 Prozent der Fälle vor, dass die Datenträger defekt und dadurch nicht lesbar sind. Das Online-Verfahren kennt solche Mängel nicht. Außerdem erhält jeder Einsender sofort nach dem erfolgreichen Versand eine Einsendequittung von der Annahmestelle zurückgesandt, was den Praxen entsprechende Verfahrenssicherheit gibt.

Die Daten werden möglichst wöchentlich über D2D an eine zentrale Datenstelle übertragen. Aus Sicht des Arztes ist es dabei von Vorteil, dass es eine rasche elektronische Rückantwort gibt und die Daten sicher und von der Datenstelle lesbar übertragen werden.

Links:

KBV Info

weitere KBV Quelle

Quellen der Pharmaindustrie

Merkblatt

Vortrag zum Thema

D2D – Was bringt das den Praxen?


Im Rheinland stehen zurzeit folgende elektronische Anwendungen zur Verfügung:

  1. elektronisches Disease-Management-Programm Diabetes, Koronare Herzkrankheit und MammaCa (eDMP)
  2. Unfallversicherungs-Abrechnung (DALE-UV)
  3. Arztbrief
  4. Abrechnung
  5. Koloskopie-Dokumentation
  6. Abrechnung mit den Privatärztlichen Abrechnungsstellen

Via D2D ist der Versand von DMP-Bögen an die Datenannahmestelle möglich.  Schließlich ist es viel praktischer, auf den D2D-Button in der Praxissoftware zu drücken, als alle zehn Tage Disketten oder CDs zu verschicken. Schon wenige Minuten nach dem Versand der DMP-Bögen via D2D kommt ein Protokoll zurück, das den erfolgreichen Eingang bei der Annahmestelle quittiert.

Einen besonderen Mehrwert bietet die Online-Abrechnung: „Testabrechnungen“ können jederzeit übertragen werden, so oft wie gewünscht. Innerhalb von drei Stunden antwortet die KV auf jede Testabrechnung mit einem Fehlerprotokoll. Die Praxis kann damit die „Echtabrechnung“ von Fehlern befreien, sodass keine abgerechneten Leistungen gestrichen werden.

Der elektronische Arztbrief wird im Zusammenhang mit dem neuen HBA (Heilberufeausweis, Arztausweis) und den neuen Lesegeräten vor allem in der online Phase des rollouts massiv Auftrieb bekommen. Aus meiner Sicht gibt es bis dahin vor allem Insellösungen.

Am intensivsten genutzt wird DALE-UV, der Datenaustausch mit den Leistungserbringern in der gesetzlichen Unfallversicherung. Rund 80 Prozent der Transaktionen finden hier statt. Kein Wunder, denn für die Praxen bringt auch das Verfahren klare Vorteile: automatische Adressverwaltung, schnellere Abrechnung und weniger Papierkrieg.

Aktuell gibt es in der KV Nordrhein eine „online Offensive“ die finanziell gefördert wird. Nähere hierzu findet man hier.

Quellen:

Richtlinie der KV Sachen

Daten der KV No

Liste der zertifizierten Software für die Abrechnung

Installationsstatistik Stand 2007

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