Apple watch – vermarktet als Gesundheitsmonitor


Aktuell kursiert eine Story im Internet, die beschreibt, wie die Apple watch einem Jugendlichen das Leben gerettet habe. (link). Zusammenfassend wird berichet, wie ein Jugendlicher nach dem Sport seine hohe Pulsfrequenz zum Anlass nahm, zum Arzt zu gehen und dabei eine Rhabdomyolyse diagnostiziert wurde.

Anschließend betrachtet der Autor die „zufälligen“ Ergebnisse eines normalen Checkups im größeren zeitlichen Abstand und meint, in der Apple Welt gäbe es keinen Zufall:

In an Apple world, there is no need to guess. Humans are constantly tested for as many conditions as we can monitor at a time.

Im europäischen kulturellen Zusammenhang kommen einem freilich ganz andere Gedanken bei diesen Zeilen. Diese Daten sind kaum geschützt und können nach meiner Auffassung mißbraucht werden. So scheint es niemanden zu stören, dass nun jeder darüber im Bilde ist, dass der Junge Rhabdomyolyse hat. Wird er noch eine Lebensversicherung abschließen können? Wird er einen Job bekommen, jetzt  wo jeder seine Krankheit kennt? Die so tapfer herausgestellte Dauerüberwachung durch die Apple watch produziert Daten, die Apple nun besitzt und offenbar auch zu verwenden versteht.

Er stellt sogar noch heraus:

And, indeed, in Houle’s case, the Apple approach to health worked perfectly. Eventually, Apple and other device manufacturers hope to able to predict early signs of debilitating disorders better than a doctor.

Das halte ich zum einen für eine grobe Selbstüberschätzung, zum anderen für gefährlich. Die Textstelle zielt zwar auf den Morbus Parkinson, man stelle sich aber ein Apple-Gerät vor, das z.B. eine Alzheimer-Demenz frühzeitig erkennt, eine Erkrankung, die aktuell so gut wie nicht beeinflußbar ist und ursächlich nicht therapierbar.  Das führt nach dem obigen Muster allenfalls zu einer Stigmatisierung von Patienten und das auch noch Jahre vor dem eigentlichen Krankheitsausbruch – falls er denn stattfindet und nicht bis dahin doch eine Therapie gefunden wurde.

Es bleibt dabei: medizinische Daten gehören in die Hände des Patienten und seiner von ihm selbst ausgesuchten Ärzte und nicht in die Hand von Google, Apple und Micrsosoft.

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