Erlebnisse mit der Signatursoftware


Ärztliche Kollegen wissen, dass zumindest in Nordrhein seit längerem die Möglichkeit existiert und gezielt gefördert wird, die KV Abrechnung online zu verschicken. Dabei gab und gibt es aus grundsätzlichen Erwägungen heraus immer noch die so genannte Gesamtaufstellung, die in der Vergangenheit manuell zu unterschreiben war und per Post verschickt wurde.

Seit einiger Zeit schon gibt es nun die Möglichkeit, diese Aufstellung  elektronisch zu erstellen und elektronisch zu signieren.

In Nordrhein wird wie in den meisten anderen KVen auch dazu der elektronische Arztausweis ausgegeben (gelegentlich auch als HBA – Heilberufeausweis bezeichnet), der zur elektronischen Signatur erforderlich ist. Zusätzlich wird speziell in Nordrhein eine Signatursoftware von OPENLIMIT eingesetzt.

Und genau um die soll es hier gehen.

Seit langem schon ärgere ich mich  – wie viele meiner Kollegen auch –  mit dieser Software herum. Anlass bei mir war nun eine notwendig gewordenen Server Neuinstallation in der Praxis, die eine erneute Installation unter anderem auch dieser Software notwendig machte.

Wer sich den Installationsgang einmal ansehen möchte, findet bei GMC Systems eine schöne Anleitung hierzu.

Wie mein betreuendes Softwarehaus mir mitteilte, bin ich mit dem Ärger nicht alleine. Fast jeder Arzt, der diese Software einsetzt, kennt die Ungewissheit bei der Abrechnung, ob die Signatur nun funktioniert oder nicht. So wird der Arztausweis sehr oft von der Software nicht erkannt, oder es gibt gleich eine Fehlermeldung.

Nach langem herum telefonieren  meine ich nun herausbekommen zu haben, worin das Problem besteht: die verteilte Software war und ist NICHT serverfähig, vor allem nicht für Windows terminal Server (WTS 2003 und höher).

Das sagt einem aber niemand.

Es kommt noch besser: Bestellt man die neueste Version dieser Software, was man in Nordrhein bei medisign tun muss, so bekommt man eine WTS fähige Variante nur auf spezielle Anforderung, das heisst auf dem Bestellformular muss dieses händisch vermerkt werden (Mitteilung des telefonischen Supports von medisign). Der gewöhnliche obrigkeitshörige Arzt aber macht hier allenfalls seine Kreuze und schickt das FAX zur Bestellung ab – und bekommt wieder keine lauffähige Software für seinen Server.

Versucht man etwas neutral zu bleiben muss man sagen, dass (offenbar….) eine unter WTS  2008 lauffähige Variante existiert, aber schlicht niemand für die Kommunikation mit den Ärzten zuständig ist. Ich finde es ausserordentlich naiv vom Hersteller, eine unter den gebräuchlichen Servervarianten einer Arztpraxis nicht lauffähige Version zu verteilen und dann auch noch es dem Arzt zu überlassen sich eine lauffähige Vartiante (dann natürlich für Extrakosten) zu besorgen, ohne ihn darüber zu informieren.

Und niemand informiert ihn. Auch die Servicepartner der PVS Hersteller vor Ort wissen nichts von dieser Servervariante der Software, wenn ich nicht 15 Stellen abtelefoniert hätte, wüsste auch ich es bis heute nicht.

Man kann davon ausgehen, dass zahllose Ärzte zumindest in Nordrhein aktuell für die Signatur eine aktuell für Ihre Hardware nicht taugliche Signatursoftware einsetzen ohne dies zu wissen da die seinerzeit ausgelieferte Software NICHT SERVERFÄHIG ist.

Ich nun habe die angeblich taugliche Software bei medisign bestellt und werde nach deren Installation hier erneut berichten.

Quellen:

GMC Software

medisign

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3 Antworten

  1. Anmerkend darf erwähnt werden, dass nur sehr wenige Praxen Windows TERMINAL Server als Betriebssystem einsetzt, unter Windows Server 2003/2008 läuft die Standardvariante von OpenLimit einwandfrei…

  2. Windows terminal server ist – zumal in großen Praxen – durchaus zunehmend verbreitet, vor allem bei medatixx / MCS ISYNET werden nach meiner Auskunft vorwiegend WTS Installationen durchgeführt.

    Dr. Dietmar Krause

  3. Windows Terminal-Server 2008 R2 ist in der Tat eine Standardlösung auch in Arztpraxen. Der OpenLimit-Schotter wird auch für öffentliche Ausschreibungen eingesetzt und macht in Firmen denselben Ärger. Das ist technische Grütze in höchster Perfektion. Wie die KVen auf eine solche Lösung gekommen sind ist mir ein Rätsel.

    In letzter Zeit wirkt dann noch Java, das in den Browsern aus Sicherheitsgründen (korrekterweise) deaktiviert wird, als weiterer Stolperstein.

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