Online-Stammdatenabgleich kommt


Wie Facharzt.de heute berichtet, sprach sich Staatssekretär Bahr für die Einführung des sog. Online Stammdatenabgleiches aus. Dabei wird die Anbindung der PVS Software fakultativ sein:

Der Aufwand in der Arztpraxis entspreche dem heutigen bei Einlesen der Krankenversichertenkarte. Eine Anbindung der Praxisverwaltungssysteme sei nicht erforderlich, wenn der Praxisinhaber dies nicht wünsche. „Dies ist ausdrücklich im Gesetzentwurf so vorgesehen.“

Die Prüfung und Aktualisierung der Daten werde mittels der sicheren Telematikinfrastruktur automatisiert, so dass die Prüfung und Aktualisierung schneller und effizienter erfolgen könne, ohne dass eine Erweiterung oder Änderung der Zweckbestimmung der Daten erfolge. Bahr: „Es ist sinnvoll und richtig, die Prüfung und Aktualisierung der Karte dort vorzunehmen, wo diese eingesetzt wird. Der Vorschlag, Aktualisierungen stattdessen etwa in Geschäftsstellen der Krankenkassen vornehmen zu lassen, scheitert alleine schon daran, dass nicht jede Krankenkasse ein flächendeckend ausgebautes Netz von Geschäftsstellen vorhält. Auch könnte dann die missbräuchliche Nutzung abhanden gekommener Karten nicht verhindert werden.“

Staatssekretär Bahr führte weiter aus, dass der Datenschutzbeauftragte diese moderne Krankenversichertenkarte  unterstützt  , weil die alte Krankenversichertenkarte den Anforderungen an den Datenschutz schlicht nicht mehr gerecht wird., wie er sagte.

2 Antworten

  1. Hallo Herr Krause,

    wie schon in einem Kommentar zu einem anderen Artikel über die Problematik zum Online-Stammdatenupdate beschrieben, steht ein Arzt bei einer physikalischen Trennung von Primärsystem und Anbindung an die Telematikinfrastruktur vor erheblichen Kosten: benötigt er doch nicht nur ein weiteres (von den Kassen nicht finanziertes) SICC-Terminal sondern auch jeweils einen Konnektor. Der damalige Einwand Ihrerseits, die Stammdaten werden weiterhin (temporär) im offenen Container und somit ohne Konnektor auslesbar sein, schein sich nicht zu bewahrheiten, hat die gematik doch aktuell die Zulassung für die entsprechenden (günstigen und evtl. schon vorhandenen) MKT+ Kartenterminals zurückgezogen. Dementsprechend dürfen zum Basis-Rollout nur noch (teure) eHealth-BCS-Terminals eingesetzt werden. Dies deute ich als sicheres Anzeichen für einen Online-Betrieb ohne offene Stammdaten, wie auch vom Bundesdatenschutzbeauftragten damals gefordert.

  2. Hallo,
    Ich denke es gibt hier eine Reihe von Fehlinterpretationen:
    1) Die eGK hat für die Versichertenstammdaten drei Container: PD, VD und GVD. Die ersten beiden kann ich ohne Konnektor lesen, den dritten nur nach Freischaltung mit einem HBA/SMC B oder der Eingabe der PIN-Home des Versicherten. Der GVD enthält den Zuzahlungsstatus und das DMP-Kennzeichen, mehr nicht. Nach Bundesmantelvertrag ist das Zuzahlungskennzeichen auf der Karte aber derzeit irrelevant, der Patient muss die Befreiung durch einen Beleg seiner Kasse nachweisen. Das DMP-Kennzeichen wird normalerweise gar nicht benötigt und sollte im Bedarfsfall dem Arzt sowieso bekannt sein. Der GVD-Container ist also eher uninteressant. Momentan stehen die GVD-Daten noch im VD-Container, da im Basisrollout noch keine Konnektoren zur Verfügung stehen.
    2) Sollte Bedarf nach Einsicht in die GVD-Daten bestehen, so gibt es für die Wartezimmer-Ärzte zwei Möglichkeiten: sie lassen sich die Karte durch die PIN.Home vom Patienten freischalten oder Sie schauen sich den GVD-Datensatz am Wartezimmerkonnektor an.
    3) An das PVS-System können eHealth-BCS- oder MKT-Kartenterminals angeschlossen werden, um die eGKs bei einem „Wartezimmer-Arzt“ einzulesen. Welche Kartenterminals von dem PVS des Arztes unterstützt werden liegt außerhalb der Zuständigkeit der gematik. Kauft sich allerdings ein Arzt im Basis-Rollout ein KT, so muss es ein eHealth-BCS-Gerät sein, will er die Kostenerstattung bekommen.
    4) Der Wartezimmer-Konnektor ist noch in keiner Weise spezifiziert und deshalb ist auch noch unklar, welche Investitionen der Arzt hierfür tätigen muss. Eine technisch denkbare Variante ist z. B., dass eine Portallösung eingesetzt wird, die im Wartezimmer ein MKT-Leser ansteuert. Das System ist hier absolut sicher, da beim Karten-Update als auch bei der Karten-Sperrung ein verschlüsselter Kanal von der Kasse bis direkt in die Karte aufgebaut wird, so dass niemand dort zwischen kommt. Es ist technisch also möglich, dass ein „Wartezimmer-Arzt“ weder in einen echten Konnektor investieren muss, noch dass er seine „alten“ MKT-Geräte ersetzten muss. Was mit der eGK-Einführung aber nicht mehr geht, sind die alten KVK-Leser, die allerdings schon im Basis-Rollout ihren Dienst versagen werden, da sie mit Prozessorkarten überfordert sind.
    5) Die „Zulassung“ für die MKT-Geräte wurde nicht zurückgezogen. Sie wurden für die Testregion im Release 0 (MKT+-Szenario) mit den eGKs der Generation 0 „zugelassen“. Auf der Seite der gematik stehen jetzt vorallem die Zulassungen, die für die Karten und Komponeneten der Generation 1 erteilt wurden. Dabei geht es auch um den Begriff Zulassung. Die MKT-Gerät haben von der gematik eine Freigabe erhalten. Eine Zulassung enthält eine Sicherheitszertifizierung durch das BSI.

    Viele Grüße
    Dr. Dietmar Krause

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