Klare Mehrheit für die Gesundheitskarte in Nordrhein


Wichtiges Signal für die weitere Erprobung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Testregion Bochum/Essen: Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) hat sich mit großer Mehrheit für eine konstruktive Mitarbeit der Ärzteschaft am Aufbau einer Telematik-Infrastruktur ausgesprochen.

In einer vom Kammervorstand eingebrachten Entschließung begrüßt die ÄKNo die von der Bundesregierung initiierte Bestandsaufnahme des Projekts zur neuen Gesundheitskarte. „Für die Ärzteschaft ergibt sich eine neue Chance, sich nach den bisher ernüchternden Erfahrungen in den Testregionen konstruktiv und ohne sachfremden Zeitdruck im Interessen von Patient und Arzt in den Aufbau einer elektronischen Kommunikationsinfrastruktur einzubringen.“

So berichtet die Ärztezeitung in ihrer Online Ausgabe (link ggf. nur für Abonennten verfügbar). Weiter heisst es, dass die anstehenden Tests dafür sorgen sollen , dass keine unreifen oder alltagsuntauglichen Anwendungen eingeführt werden, betonte Groß. Mit der Beteiligung an den Tests könne die Ärzteschaft erreichen, dass die Telematikinfrastruktur den Anforderungen des Praxisalltags gerecht wird. Der für die Testregion Bochum/Essen ins Leben gerufene ärztliche Beirat werde dafür sorgen, dass es keine Pseudo-Tests gibt, versprach Groß, die dem Beirat selbst angehört.

Bei der neuen Karte seien schon eine Menge Fakten geschaffen worden, an denen die Ärzte nicht mehr vorbei kämen, sagte Dr. Ludger Wollring, Vorsitzender der ÄKNo-Kreisstelle Essen. „Wir müssen kreativ und aktiv werden und die Möglichkeiten nutzen, die uns noch bleiben“, forderte er.

Wollring verwies auf die Regelung im Bundesmantelvertrag, nach denen die Ärzte gezwungen sind, die Identität der Versicherten anhand der eGK zu überprüfen, wenn die technischen Voraussetzungen geschaffen sind – sonst verlieren sie ihren Anspruch auf Abrechnung der Leistungen. „Wie man als ärztlicher Vertreter so etwas in einen Vertrag schreiben kann, ist mir unbegreiflich“, kritisierte Wollring die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Ärzteschaft Wieland Dietrich bezeichnete es als „grotesk“, dass die KBV im Bundesmantelvertrag entgegen der Beschlüsse des Ärztetags die Pflicht zur Online-Anbindung festgeschrieben habe.

Am Ende der Debatte stimmten in geheimer Abstimmung 70 Delegierte für den Antrag, 20 lehnten ihn ab und drei enthielten sich.

Quelle:

Ärztezeitung.de

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