Erste Erfahrungen mit einer elektronischen Patientenakte in einem Praxisnetz


Mit der zentralen Speicherung medizinischer Daten werden offenbar auch gute Erfahrungen gemacht. So hat das Medizinische Qualitätsnetz Westküste vor einiger Zeit eine elektronische Patientenakte eingeführt. Mit dabei sind 18 Praxen und bisher 500 Patienten. So heisst es

Inzwischen arbeiten 18 Praxen in der Region Dithmarschen mit der Akte, auch die beiden Kliniken in Heide und Brunsbüttel sind jetzt beteiligt. In der Akte finden die Behandler etwa Arztbriefe, Notfalldaten, Laborbefunde, Angaben über Impfungen, EKG und Patientenverfügungen.

Zur Datensicherheit hat man sich folgendes ausgedacht:

Die teilnehmenden Patienten werden mit einer „Gesundheitskarte Westküste“ ausgerüstet, die in einer Arztpraxis nur mit Hilfe eines PIN-Codes des Patienten eingelesen werden kann. Zusätzlich muss sich der Arzt auf gleiche Weise legitimieren, bevor für ihn die auf einem zentralen Server in Fürth gespeicherten Daten auf der elektronischen Patientenakte einsehbar werden. Auf dem Server sind die Daten verschlüsselt. Decodiert werden sie erst in der Praxis, wenn die doppelte Legitimation erfolgt ist. Ein Verlust der Karte bliebe also ohne Konsequenzen, da sie selbst keine Daten enthält und nur mit PIN-Code zu benutzen ist.

Damit wird die bundesweite Gesundheitskarte dort in einem kleinen Bereich bereits vorweg genommen. Der Unterschied zur bundesweiten Karte ist aber auch klar: bei der „Dithmarscher Karte“ geht es nur um die elektronische Patientenakte, nur um 500 Patienten, nur um 18 Praxen, nicht um elektronische Rezepte und sie ersetzt selbstverständlich nicht die normale Versichertenkarte bisheriger Art sondern ergänzt sie. Vor allem aber: Sie ist freiwillig!

Das ist das zentrale Argument. Wie bereits an anderer Stelle in meinem Blog angeführt, sehe ich für viele Patienten keinen Nutzen in einer solchen Karte, sie ist für demente, behinderte und viele alte Patienten eher hinderlich (Stichwort PIN Nummer merken, ohne diese Nummer kommt ein Patient in der Apotheke nicht mehr an seine Medikamente). Auf freiwilliger Basis aber ist die Karte in einem derart kleinen Rahmen möglicherweise eine Bereicherung.

Kommentare erwünscht!

Was denkt ihr dazu?

Quelle:

Elektronische Patientenakte steht hoch im Kurs.

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