Die Funktionen der eGK im Überblick


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1. Pflichtfunktionen:
Zu den gesetzlich vorgeschriebenen Anwendungen der eGK zählen
• Stammdaten des Krankenversicherten, also Name, Anschrift, Geburtsdatum, Krankenversicherung, Geschlecht
• ein Passbild der/des Versicherten, das die Identifizierung erleichtert und Missbrauch erschwert
• die Funktion des elektronischen Rezepts
• die Europäische Krankenversicherungskarte, also der Berechtigungsausweis für eine Behandlung im Ausland, der auf der Rückseite der eGK angebracht wird

2. Freiwillige Daten:
Folgende medizinische Daten sollen sich nach und nach auf freiwilliger Basis per eGK speichern lassen:
• ein elektronischer Arztbrief mit Hinweisen für den weiterbehandelnden Arzt
• Notfalldaten (beispielsweise chronische Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes, Allergien, Impfungen, Arzneimittelunverträglichkeiten)
• eine Dokumentation der eingenommenen Arzneimittel, um schädliche Neben- und Wechselwirkungen zu vermeiden
• eine elektronische Patientenakte mit Diagnosen, Untersuchungsergebnissen, Laborwerten und Röntgenbildern
• ein elektronisches Patientenfach, das eigene, von den Patienten selbst gesammelte Informationen, z.B. das Ergebnis regelmäßiger Blutdruckkontrollen, enthält
• eine elektronische Patientenquittung als Überblick über in Anspruch genommene Leistungen und deren Kosten

Quelle:

Branchenbarometer E-Health der Techniker Krankenkasse , kann auch hier bestellt werden.

Ich danke Herrn Michael Brockt von der Concat AG für den Hinweis und das Manuskript.

Gedanken zur elektronischen Patientenakte


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Bild von flikr, creative commons. Autor: myguerrilla

Internetdienste wie Google und Microsoft planen, digitale Patientenakten auch in Deutschland einzuführen. Ihre Serviceangebote GoogleHealth und HealthVault sind in den Vereinigten Staaten bereits am Start. Die Nutzer können damit ihre medizinischen Daten in einem passwortgeschützten Bereich online verwalten und Angaben über Krankheiten, eingenommene Medikamente und Behandlungen hinterlegen. Die Inhalte des geschützten Bereichs lassen sich nach Zustimmung des Nutzers auch behandelnden Ärzten, Apotheken und Laboren für deren Diagnosen zur Verfügung stellen. Hinter der Idee dieses „Patient Empowerment“ steht die Überzeugung, dass ein besser informierter Patient mehr Eigenverantwortung für seine Gesundheit übernimmt und gegenüber seinem Arzt selbstbewusster und unabhängiger auftritt.
So recherchieren laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Harris Poll bereits heute zwei Drittel der Amerikaner medizinische Informationen im Internet.Aus Sicht von IT-Konzernen kombinieren die Internetsysteme eine Archivfunktion für Krankenakten mit der Suchmaschine der jeweiligen Anbieter und Informationsdienste. Datenschutzrechtlich sind die beschriebenen digitalen Patientenakten nach deutschem Maßstab bedenklich. Deshalb achten der Gesetzgeber, der Bundesdatenschutzbeauftragte, die Gematik sowie alle an der Projektorganisation Beteiligten ausdrücklich darauf, dass künftig mit Hilfe der eGK gespeicherte Gesundheitsdaten im Vergleich zu den privatwirtschaftlichen Initiativen deutlich besser abgesichert werden.

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Gesundheitskarte: Wer darf auf welche Daten zugreifen?


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Der Datenschutz bei klassischen Rezepten ist deutlich geringer als bei den zukünftigen eRezepten

Foto: flickr creative commons. Autor: Just Sarah.

Bei der Diskussion um die Datensicherheit der eGK wird häufig nicht beachtet, dass mit Hilfe der Karte künftig unterschiedliche Datenkategorien erfasst und verwaltet werden, für die es auch unterschiedliche Zugriffsregelungen gibt. Ihr Pflichtteil enthält, wie schon die Vorgängerkarte, administrative Daten zur Person des Karteninhabers und seiner Krankenversicherung. Dieser Teil ist von Anfang an auf der eGK enthalten und kann in Arztpraxen, Kliniken und Apotheken anhand entsprechender Lesegeräte eingelesen werden.
Im nächsten Schritt können freiwillige medizinische Daten – zunächst der elektronische Arztbrief, später auch vollständige Patientenakten – über die eGK gespeichert werden.Wer diesen Teil einsehen darf, entscheidet allein der Karteninhaber. Es gilt das Zwei-Schlüssel-Prinzip, d.h. der Zugriffsberechtigte muss sich durch einen elektronischen Heilberufsausweis legitimieren (erster Schlüssel), und der Versicherte muss den Zugang aktiv durch Eingabe seiner sechsstelligen Geheimzahl ermöglichen (zweiter Schlüssel). So ist sichergestellt, dass nur Leistungserbringern wie Ärzten, Zahnärzten und Apothekern der Zugang auf den medizinischen Teil gewährt werden kann, nicht aber anderen Instanzen wie den Krankenversicherungen.
Sobald auch die Funktion elektronisches Rezept zur Verfügung steht,werden mit Hilfe der eGK zudem Abrechnungsdaten direkt an die Kostenträger übermittelt. Zum Auslesen der Basisdaten und zum Ausstellen und Einlösen elektronischer Rezepte muss keine Geheimzahl eingegeben werden.

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Aktuelle Krankenversicherten- und Ärztebefragung zur elektronischen Gesundheitskarte: Erwartungen und Chancen


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Foto: flickr creative commons, Autor: Okko Pyykkö

Unter diesem etwas komplizierten Titel veröffentlichte das F.A.Z.-Institut für Management-, Markt und Medieninformationen GmbH die Ergebnisse einer aktuellen Befragung zum Thema elektronische Gesundheitskarte. Mit dem „Branchenbarometer E-Health“ untersuchen die Herausgeber F.A.Z.-Institut und Techniker Krankenkasse auf der Basis einer aktuellen Bevölkerungsbefragung, welche Erwartungen die Deutschen an die elektronische Gesundheitskarte haben. Welche Vor- und Nachteile sehen die Menschen dabei? Welchen Nutzen erhoffen sie sich von der eGK? Wie groß ist die Angst vor dem „gläsernen Patienten“? Die Ergebnisse dieser Repräsentativerhebung werden den Resultaten einer Befragung von Versicherten der Techniker Krankenkasse sowie Ärzten aus den regionalen Testregionen gegenübergestellt, die bereits erste Erfahrungen mit der Karte sammeln konnten.
Im November 2008 befragte das Berliner Meinungsforschungsinstitut forsa 1.006 Krankenversicherte ab 18 Jahren zu ihrem Kenntnisstand hinsichtlich der elektronischen Gesundheitskarte und zu ihren Erwartungen in Bezug auf die Einführung. Die interviewten Personen repräsentieren einen Querschnitt der Bevölkerung in Deutschland in dieser Altersgruppe. Die Erhebung erfolgte im Rahmen einer Mehrthemenumfrage mittels computergestützter Telefoninterviews anhand eines strukturierten Fragebogens (Computer Aided Telephone Interviewing oder CATI-Methode).
Die Interviewpersonen wurden durch eine mehrstufige systematische Zufallsauswahl ermittelt. Parallel wurden 100 Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) sowie 51 Ärzte aus den Testregionen ebenfalls per CATI-Methode zu ihren Erfahrungen mit den Testkarten befragt.
Bereits im Vorwort wird der momentane rollout als  das größte IT-Vorhaben, das jemals im deutschen Gesundheitswesen initiiert wurde bezeichnet, und eines der ambitioniertesten Telematikprojekte weltweit. 80 Millionen Krankenversicherte in Deutschland werden in Zukunft eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) erhalten. Diese ersetzt schrittweise die bisherige Krankenversicherungskarte. Weiterhin bekommen rund 200.000 Personen, wie Ärzte und Apotheker, einen elektronischen Heilberufsausweis.
Nahezu drei Viertel der Befragten aus dem gesamten Bundesgebiet halten die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für sehr sinnvoll bzw. sinnvoll. Im Osten Deutschlands ist die Zustimmung mit insgesamt 80 Prozent noch größer. Die Versicherten der Techniker Krankenkasse in den regionalen Testgebieten wertschätzen die eGK sogar noch mehr: 87 Prozent von ihnen begrüßen den Start der neuen Karte.
Beim Blick auf die Gesamtbevölkerung stehen vor allem die jüngeren Versicherten der technischen Neuerung sehr positiv gegenüber. 85 Prozent der befragten 18- bis 29-Jährigen halten sie für einen Fortschritt. Auch acht von zehn 30- bis 44-Jährigen erachten die Einführung für sinnvoll. Bei den Älteren ist die Zustimmung etwas geringer, aber immerhin 67 Prozent der 45- bis 59-Jährigen und 70 Prozent der Senioren ab 60 Jahren äußern sich positiv über die neue Karte.
Zurückhaltender urteilen die Mediziner in den Testregionen, auch wenn bei ihnen der Anteil der Befürworter der Karte mit 59 Prozent überwiegt. Doch die ersten Praxiseinsätze der Karten offenbarten den Medizinern einen erheblichen Verbesserungsbedarf. Verlief das Auslesen der Basisdaten noch überwiegend reibungslos, bereiteten insbesondere das PIN-Verfahren, das Speichern von Notfalldaten und elektronische Rezepte Probleme. Solche Klagen bestätigt auch die Gematik in ihrem ersten Zwischenbericht vom Dezember 2008. In allen sieben Testregionen erfassten die Mediziner 2008 nur sehr wenige Notfalldatensätze. Sie stellten etwa 100 E-Rezepte je Region und Monat aus, von denen die Patienten aber nur jedes dritte einlösten.
Von allen künftigen Erweiterungsfunktionen der eGK überzeugt der elektronische Arztbrief die Befragten am meisten. Auch die elektronische Patientenakte wünschen sich sowohl die Mediziner als auch die Krankenversicherten. Während im Ranking der Versicherten die elektronische Patientenquittung an dritter Stelle steht, messen die Ärzte der Möglichkeit einer Online-Aktualisierung von Stammdaten der Versicherten größere Bedeutung bei.
Es besteht ein großer Konsens darin, dass inDeutschland ein Nachholbedarf für sichere Telekommunikationslösungen zum einrichtungsübergreifenden und ortsunabhängigen Austausch medizinischer Informationen besteht. Die Gesundheitstelematik verspricht vielfältige Vorteile, allen voran eine verbesserte Transparenz, Effizienz und Qualität medizinischer Versorgungsleistungen. Dies kommt den einzelnen Patienten, den Leistungserbringern, der Solidargemeinschaft und der Gesellschaft insgesamt zugute.
Die eGK selbst wird aber in der Praxis erst dann erfolgreich sein, wenn sie nicht nur ihre generelle Funktionstüchtigkeit unter Beweis gestellt hat, sondern auch die Bedenken potentieller Anwender ausgeräumt sind.

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Branchenbarometer E-Health der Techniker Krankenkasse , kann auch hier bestellt werden.

Ich danke Herrn Michael Brockt von der Concat AG für den Hinweis und das Manuskript.

Elektronische Gesundheitskarte: Absage für USB-Sticks. Ergebnisse einer neuen Studie


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Die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verantwortliche Projektgesellschaft Gematik hat eine Studie (PDF-Datei) zur Eignung von USB-Sticks als dezentrale Speichermedien für Gesundheitsdaten veröffentlicht. Die vom Fraunhofer FOKUS-Institut für Offene Kommunikationssysteme durchgeführte Studie erteilt der Nutzung von USB-Sticks eine klare Absage: Sie sind für IT-Laien viel zu kompliziert in der Handhabung und verstoßen damit gegen das Gebot der Diskriminierungsfreiheit, so die Studie.

Die Fraunhofer-Experten stellen im Gutachten nicht nur USB-Sticks mit und ohne eingebauter Verschlüsselung der derzeitigen eGK-Technik gegenüber, sondern nehmen auch zwei eGK-Varianten auf, die es noch gar nicht gibt: eGK-M, eine Smartcard mit 1 MByte Speicher und eGK-M+, eine Variante mit 100 MByte. Bereits in der Variante mit 1 MByte kann eine Smartcard gegenüber der aktuellen eGK mit 32 KByte Speicher eine ganze Reihe von Befunden und Daten aufnehmen, in der 100 MByte-Version gar DICOM-Daten. Die Sicherheitsmechanismen mit PIN-Abfrage und gegenseitiger Autorisierung von Gesundheitskarte und Heilberufsausweis werden bei allen drei Kartentypen als identisch vorausgesetzt.

In der generellen Bewertung der dezentralen Speicherung kommen die Autoren zum Schluss, dass alle europäischen eHealth-Projekte serverbasiert arbeiten und die dezentrale Alternative nicht greifen kann, weil die Aufgabe des Datenerhalts (etwa bei Verlust des Speichermediums) dem Bürger nicht zugemutet werden kann. “Bei Verlust des Mediums trägt allein der Bürger die Aufwände und Kosten für die Wiederbeschaffung. Die letzten Punkte sind auf die TI [telematische Infrastruktur] der eGK und das dezentrale Speichermedium nicht anwendbar.”

Der Leistungserbringer ist nicht gezwungen, neue Geräte einzuführen. eGK_M und eGK_M+können mit den Kartenterminals des Basis-Rollout verwendet werden. Dagegen sind USB-Schnittstellen für die aktuellen Geräte nicht spezifiziert, die Kartenlesegeräte schlicht nicht für USB sticks ausgerichtet.

Die Studie im Wortlaut

teilweise zitiert nach Heise-Artikel

Der Nutzen der Telemedizin für Patienten, Gesundheitssysteme und die Gesellschaft


Telemedizin – die Erbringung von medizinischen Diensten über größere Entfernungen hinweg – kann dazu beitragen, die Lebensqualität vieler europäischer Bürger, von Patienten wie auch Angehörigen von Gesundheitsberufen, zu verbessern und die sich in den Gesundheitssystemen stellenden Probleme zu lösen. Die europäischen Bürger werden immer älter und leiden zunehmend an chronischen Krankheiten. Ihr Bedarf an medizinischer Versorgung wächst. Gerade in entlegenen Gebieten kann es vorkommen, dass keine medizinische Versorgung vorhanden ist oder dass bestimmte fachärztliche Dienstleistungen nicht so leicht oder so häufig verfügbar sind, wie dies der Gesundheitszustand der Bürger erfordern würde. So kann der Zugang zu fachärztlicher Versorgung in Gebieten mit Fachärztemangel oder mit schwer zugänglicher medizinischer Versorgung durch die Telemedizin erleichtert werden.
Chronisch kranke Menschen etwa können mit Hilfe des Telemonitoring ihre Lebensqualität verbessern und Krankenhausaufenthalte verkürzen. Dienstleistungen wie die Teleradiologie und die Telekonsultation können dazu beitragen, Wartelisten zu verkürzen, den Ressourceneinsatz zu optimieren und die Produktivität zu erhöhen.

Begriffsbestimmung
Unter Telemedizin versteht man die Bereitstellung von Gesundheitsdiensten mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie für den Fall, dass der Patient und der Angehörige eines Gesundheitsberufs (bzw. zwei Angehörige eines Gesundheitsberufs) nicht am selben Ort sind. Voraussetzung ist eine sichere Übertragung medizinischer Daten und Informationen für die Prävention, Diagnose, Behandlung und Weiterbetreuung von Patienten in Form von Text, Ton und Bild oder in anderer Form.

Telemonitoring
Telemonitoring: eine riesige Chance für die Behandlung chronischer Krankheiten
Das Telemonitoring ist ein Dienst der Telemedizin zur Überwachung des Gesundheitszustands von Patienten. Die Daten werden entweder automatisch mit Hilfe von patienteneigenen Geräten für die Gesundheitsüberwachung oder durch die aktive Mitarbeit von Patienten erhoben (indem diese z. B. täglich ihr Gewicht oder den Blutzuckerspiegel messen und mit Hilfe von Telematik-Werkzeugen eingeben). Sobald die Daten verarbeitet und weitergegeben wurden, können sie zur Optimierung der Überwachungs- und Behandlungsprotokolle des Patienten eingesetzt werden.
Besonders hilfreich ist das Telemonitoring bei chronisch kranken Personen (die z. B. unter Diabetes oder chronischer Herzinsuffizienz leiden). Viele dieser oft älteren Patienten müssen aufgrund der langen Krankheitsdauer, ihres Gesundheitszustands und der ihnen verordneten Arzneimittel regelmäßig überwacht werden. Das Telemonitoring nützt nicht nur den Patienten, sondern bietet auch den Angehörigen von Gesundheitsberufen Vorteile. Sein Einsatz ermöglicht es, Symptome und anormale medizinische Parameter früher festzustellen als erst bei einer Routine- oder Notfalluntersuchung, und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bevor schwerere Komplikationen auftreten. Es kann den Patienten auch ermöglichen, Gesundheitseinrichtungen weniger häufig aufzusuchen und so ihre Lebensqualität erhöhen.

Teleradiologie: ein Weg für den optimalen Einsatz knapper Ressourcen
Die Teleradiologie ist ein Dienst der Telemedizin, bei dem radiologische Aufnahmen zwischen verschiedenen Standorten zum Zweck der Auswertung und Konsultation elektronisch übertragen werden. Die Teleradiologie entstand mit der schrittweisen Digitalisierung der bildgebenden Verfahren in der Medizin. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch gut strukturierte  Berufsverbände und die frühzeitige Festlegung von Normen. Mit Hilfe der Teleradiologie sind die Einrichtungen des Gesundheitswesens in der Lage, Spitzenbelastungen zu bewältigen, einen Rund-um-die-Uhr-Dienst anzubieten, die Wartelisten für bestimmte Untersuchungen zu verkürzen und vor allem Kosten zu sparen.

Auschnittweise zitiert nach :

European Commission – Information Society. Artikel

KV Nordrhein: BVA informiert falsch über eGK


Unter diesem Titel erschien in “Arzt am Abend” soeben ein Artikel. Es geht hierbei um eine Auseinandersetzung zwischen dem Verband der Augenärzte und der KV Nordrhein, im Kern um den Nutzen und die angebliche Teilnahmeverpflichtung an der sog. Onlinephase des eGK rollouts.

Hierzu heißt es in dem Artikel:

Die KV Nordrhein hat dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) vorgeworfen, falsch über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die damit verbundene Online-Anbindung berichtet zu haben: „Wer sich ein zertifiziertes Lesegerät kauft und sich dafür die Pauschale erstatten lässt, verpflichtet sich keineswegs zur sogenannten Online-Anbindung. Hierzu gibt es einen eindeutigen Beschluss der  Betreibergesellschaft Gematik, den diese bereits im Dezember 2008 gefasst und veröffentlicht hat“, betont die KV in einer aktuellen Stellungnahme.

Der BVA behaupte in einem Rundschreiben an seine Mitglieder, dass nur dann eine Erstattung der Kosten stattfinden  würde, wenn man sich dafür zur Online-Anbindung verpflichte. „Das ist falsch, die Online-Anbindung ist freiwillig“, schreibt die KVNO.

Aus dieser Diskussion wird deutlich, dass sich das Potential der neuen Telematikinfrastruktur, die sich aus der sog. Onlinephase heraus erst zu entwickeln beginnt, noch nicht weit genug in der Ärzteschaft herumgesprochen hat, sicher auch aus einem Mangel an Kommunikation heraus mit den wichtigsten Entscheidungsträgern in diesem Bereich.

Hierzu hatte ich bereits meinen Kommentar abgegeben:

Ziel der elektronischen Gesundheitskarte ist der Aufbau einer Telematikinfrastruktur

Details zum neuen Arztausweis


Wie ich berichtete, wurde mein neuer HBA 4 Monate nachdem ich ihn beantragt hatte  an mich ausgeliefert. Damit er aber benutzt werden kann,  müssen die Transport-PINs (es gibt eine Karten- und eine Signatur-PIN) geändert werden. Diese wurden in getrennter Post am Folgetag geliefert zusammen mit 2 eleganten Aludosen, eine für die Installations-CD mit allen PIN Codes und der Installationsanleitung, eine weitere mit dem KAAN SECOVID Reader III, den ich glücklicherweise seinerzeit mitbestellt hatte. Wozu dieser Reader notwendig ist wird nun klar: um die Karte freizuschalten, braucht man einen solchen Reader.  Wie ich in meinem seinerzeitigen Artikel schilderte, wurde dies damals nicht erklärt, so dass sicher manch einer das Lesegerät und die Software nicht gekauft haben und nun ihre Karte nicht freischalten können. Ich hatte mir den mobilen Reader “gegönnt”.

Nach Einlegen der Installations-CD muss man zunächst einen mitgelieferten Code eingeben, dann gelangt man in ein Übersichtsmenue. Zunächst wird das Kartenlesegerät installiert (sofern man es mitbestellt hatte…..) dann die Transport PINs geändert in  frei gewählte PINs, schließlich ggf. die mitbestellte OPENLIMIT Signcubes Signatursofteware installiert. Zuletzt kann man den Firefox-Browser um eine Signaturkomponente erweitern, der MS Internetexplorer braucht angeblich nicht erweitert zu werden.

Zuletzt erfolgte der Test der Karte mit der einzigen Funktion, die im Moment existiert: das Einloggen in die Ärztekammer Nordrhein Seite mit Hilfe des HBA. Dies ist die gleiche Seite, die man zum Antrag für den HBA hat aufrufen müssen, dort kann man nun mit Arztausweis einloggen und wird erstmalig zur Eingabe der neuen Karten PIN in den angeschlossenen Reader aufgefordert. Anschließend gelang ich problemlos auf die Ärztekammerhomepage und konnte beispielsweise meine Fortbildungspunkte einsehen.

Damit hat die Karte ihren ersten Test bestanden.

Die gesamte Installation kann übrigens problemlos auf mehreren Rechnern durchgeführt werden, z.B. zu Hause und in der Praxis. Nach telefonischer Auskunft von Medisign wird zur Freischaltung mehrerer HBAs in einer Gemeinschaftspraxis  oder Praxisgemeinschaft auch nur eine derartige Installation gebraucht, nicht etwa pro Karte eine weitere Installation, was wegen der Signatur denkbar gewesen wäre.

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Der neue Heilberufeausweis ist angekommen – 4 Monate nach dem Antrag

Probleme beim Förderprojekt “Online Abrechnung mit HBA”

Nachtrag zum Artikel über das Antragsverfahren zum neuen Arztausweis

Das Antragsverfahren zum neuen Arztausweis – ein Erfahrungsbericht

KOBIL SecOVID Reader III

OPENLiMiT® CC Sign 2.1.6.1

Der neue Heilberufeausweis ist angekommen – 4 Monate nach dem Antrag


Ich hatte seinerzeit über das Prozedere des Antrages für den neuen elektronischen Arztausweis (Heilberufeausweis, HBA) berichtet (link am Ende des Artikels). Mittlerweile ist mir der neue Ausweis per Postident Verfahren zugeschickt worden, 4 Monate nach dem Antrag.
Im Detail:
Antragsbearbeitung begonnen:           12.02.09
Freigabe Kammer:                                 16.03.09
HBA bei ZDA beauftragt:                       20.04.09
HBA Auslieferung am                            17.06.09

Diese Verzögerung ist für das Projekt Online Abrechnung mit eGesamtaufstellung bedeutsam, denn wer an dem Förderprojekt hierzu teilnimmt hat 500€ Fördergeld bekommen und sich verpflichtet bis zum 4. Quartal 09 die Gesamtaufstellung elektronsich durchzuführen. Dazu ist neben einem update des PVS Systems der neue HBA notwendig. Wer den bislang noch nicht beantragt hat, muss offenbar 4 Monate Bearbeitungszeit einkalkulieren, das heißt, es wird knapp bis zum Ende des Jahres. Daher sollten alle Beteiligten den HBA jetzt beantragen.

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Nachtrag zum Artikel über das Antragsverfahren zum neuen Arztausweis

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Das neue SCM eHealth 500 Lesegerät für die elektronische Gesundheitskarte


SCM eHealth 500 Lieferumfang

Lieferumfang des SCM eHealth 500

Von der Firma SCM gibt seit April 2009 ein nunmehr migrationsfähiges mobiles eGK Kartenlesegerät, das eHealth 500. Die technischen Daten sind hier erhältlich. Es entspricht den aktuellen gematik Spezifikationen. Es kann bis zu 200 Datensätze  speichern und hat 2 Steckplätze, je einen für die eGK und einen für den Heilberufeausweis auf der Rückseite unter einem Deckel. Es ist migrationsfähig, also aufrüstbar für die kommende Onlinephase und liest selbstverständlich neben der neuen eGK auch die alte KVK.

Durch die recht große Anzeige kann man den kompletten Datensatz des Patienten lesen ohne auf- und niederscrollen zu müssen, z.B. wenn man im Ersatzverfahren ein Rezept einmal per Hand ausfüllen muss. Es wird über ein USB Kabel an den Rechner angeschlossen, eine Treiber CD ist beigefügt. Ähnlich wie man es vom IPOD kennt, dient das USB Kabel auch zum Anschluss eines externen Ladegerätes für die wiederaufladbaren Batterien, die ebenfalls beigefügt sind, ansonsten laden sich die Batterien via USB über den angeschlossenen Rechner auf.

Ein direkter Anschluss an einen Drucker scheint nicht vorgesehen zu sein.

Die Einbindung an die jeweiligen PVS Systeme ist größtenteils noch in Vorbereitung. Die jeweiligen Hersteller der PVS Systeme sind aber bemüht, die neuen Geräte zeitnah zu unterstützen. Im Einzelfall muss man sich bei seinem Systempartner erkundigen, ob das Gerät bereits eingebunden wurde.

SCM eHealth 500 Vorderseite

Die Vorderseite des SCM eHealth 500. Auffällig ist die große Anzeige

SCM eHealth 500 Rückseite

Die Rückseite des eHealth 500: Unter der im Bild entfernten Batterieabdeckung ist das Fach für den HBA oder die SCM-KT

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