Probleme beim Förderprojekt “Online Abrechnung mit HBA”


in den letzten Tagen erreichte ein Schreiben der KV Nordrhein alle Kollegen, die an dem Föderprojekt online Abrechnung mit HBA teilnehmen. Bei diesem Projekt geht es kurz gesagt um die “online Abrechnung”. Bislang wurde die Abrechnung entweder noch ganz manuell (Abrechnungsscheine im Schuhkarton zur KV getragen) oder auf Diskette bzw CD geschrieben und zur KV gebracht (da man sich nicht traute, die Diskette der Post anzuvertrauen).

Neu war nun schon seit einiger Zeit, dass man die Abrechnung online, via D2D verschicken konnte. Dazu war eine Ergänzung der  Abrechnungssoftware notwendig und ein fest eingestellter Router, der die Dateien z.B. via ISDN an einen Server der KV überträgt.

So weit so gut.

Das Problem nun war, dass immer noch Papier verschickt werden musste, speziell die sogenannte Gesamtaufstellung, auf der mehrere Unterschriften des oder der Praxisinhaber notwendig waren.

Und genau darum geht es nun: diese Gesamtaufstellung soll nun als “eGeamtaufstellung” elektronisch signiert werden und zwar mit dem neuen HBA (Heilberufeausweis bzw. Arztausweis).

Wer nun glaubte, dass dies nun praktischerweise mit den neuen Kartenterminals gehen wird, hat sich geirrt! Wie aus dem oben verlinkten Schreiben hervorgeht, sind die neuen Terminals erst in der Online Phase (siehe hierzu meinen blog Eintrag) signaturfähig, so dass in der Tat ein weiteres, spezielles signaturfähiges Kartenterminal zusätzlich angeschaft werden soll. Genannt werden die beiden (KAAN Advanced und  Kobil SecOVID reader) ebenfalls bei mir im blog diskutierten Geräte, die zusammen mit dem HBA Antrag bestellt werden konnten. Hierzu heisst es in dem Schreiben:

Eine qualifizierte Signatur, wie wir sie für die eGesamtaufstellung anstreben, ist nur mit Komponenten zu erzeugen, die entspre­chend hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. D.h. konkret, es bedarf neben eines qualifizier­ten HBA, auch eines entsprechend für diesen Zweck zertifizierten Lesegerätes, damit eine Signatur mit einem HBA insgesamt das Gütemerkmal “qualifiziert” erlangen kann. Leider erfül­len die e-Health-BCS-Geräte, die jetzt im Rahmen des eGK-Basisrollout verteilt werden, diese Anforderungen noch nicht. Erst nachdem sie – wie geplant – in ca. zwei Jahren per Software­update für den Online-Rollout aufgerüstet worden sind, sind die Geräte formal juristisch dazu in der Lage. Vor diesem Hintergrund machen wir darauf aufmerksam, dass die zusätzliche Anschaffung eines geeigneten Lesegerätes für die qualifizierte Signatur in unserem Projekt aus formalen Gründen erforderlich ist, eHealth-BCS-Kartenterminals erfüllen die Anforderun­gen zurzeit nicht.

Demnach gibt es hier eine Liste mit speziell für die Signatur für die e Gesamtaufstellung geeigneten Geräten. Beide von mir oben zitierten Geräte sind dort aufgeführt und werden auch speziell noch einmal im Schreiben genannt.

Weitere Listen mit signaturfähigen Readern speziell für die Abrechnung sind hier und hier zu finden. Beide Quellen werden in dem Schreiben aufgeführt.

Ich persönlich halte hier mehrere Dinge für problematisch: erstens erfährt man erst jetzt, dass die beiden in der Anlage zum HBA-Antrag unkommentiert als Zubehör bestellbaren Reader für die online Abrechnung der eGesamtaufstellung notwendig sind. Das war selbstverständlich im Antrag nicht zu erkennen und wer versuchte, sich zu informieren, erhielt buchstäblich die Aussage “wir wissen auch nicht, wofür die da sind”.

Zweitens wird eine Auswahl von 2 Geräten angeboten. Wer aber hat diese Auswahl aufgestellt? Wenn ich alles richtig sehe, gibt es mindestens ein Dutzend geeigneter Geräte, warum werden speziell diese beiden Geräte mit dem Antrag angeboten? Für mich ist das nicht erkennbar.

Drittens ist nicht einzusehen, ob mit der ein oder anderen Ergänzung nicht doch eines der eHealth Geräte für diesem Zweck gebraucht werden kann, da einige der Hersteller auch VISA Karten taugliche reader produzieren, die technisch und juristisch wohl sicher geeignet wären. Es wäre sicher denkbar gewesen, beide Funktionalitäten in einem Gerät zu vereinbaren.

Viertens ist es mit der Anschaffung dieses zusätzlichen readers nicht getan. Die Softwarehersteller der Abrechnungssoftware müssen dies alles nun noch implementieren

weitere Artkel zum Thema:

Ärzteblatt online

Deutsches Ärzteblatt Praxis

Details und Zahlen zu D2D

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7 Antworten

  1. [...] Probleme beim Förderprojekt “Online Abrechnung mit HBA” [...]

  2. Wir können mit einer Signaturkarte, dem eHealth200BCS von SCM und einer in Outlook (mail) einzubindenden Software Mail signieren. So kann der Anwender von ihm signierte Dokumente versenden.
    Haben Sie Fragen, dann schicken Sie mir eine e-Mail

  3. [...] Anhörung im Bundesta… zu Umdenken der Ärztekammer zum T…Michael Brockt zu Probleme beim Förderprojekt …drittes mobiles Kart… zu Ist mein neues Kartenterminal …Überblick über die S… [...]

  4. Sie haben vollkommen recht, ich stehe mit Entsetzen vor derselben Problematik. Ich habe bereits ein egk-fähiges Gerät mit zweitem slot für den HBA. Jetzt soll ich mir noch das Kobil extra anschaffen und die dazu gehörige Software. Dies ist nicht einzusehen. Bei meinen Recherchen wurde mir mitgeteilt, dass es sich ja bei der online-Abrechnung mittels HBA um eine rein private Initiative der KV und Ärztekammer handelt, unabhängig von den gesetzlichen Entwicklungen. Dies diene in erster Linie umsatzstarken Praxen, da die Reduktion bei der Abrechnungsgebühr um 0,2 % eine faktische Reduzierung um 7% bedeute. Dieses Projekt wird aber von der Allgemeinheit der KV-Mitglieder getragen und läuft zudem paralell zu den gesetzlichen Bestrebungen, so dass evtl. schon nächstes Jahr die zugelassenen egk-Geräte mit dem HBA dann eigesetzt werden können. Dann sind wir aber vertraglich noch an medisign gebunden. Dieses Projekt enstand m.E nur aus zwei Gründen: -Entlastung umsatzstarker Praxen auf Kosten der Allgemeinheit aller KV-Mitglieder und zweiten der mehjährigen Kundenbindung. Dies wurde uns aber nicht so vermittelt. Bei meinen Recherchen bei medisig, KV, Ärtzekammer und Psychotherapeutenkammer stieß ich auf eine Blockadepolitik und gegenseitigen Zuweisungen der Verantwortlichkeit. Antworten bzgl. der Gesamtkosten dieses Projektes habe ich auch nicht erhalten. Wenn man konkret nachfragt, stößt man auf eine Mauer des Schweigens bzw. Placebokommentaren. Ich bin schwer enttäuscht.
    gruß an alle Leidensgenossen.
    J.Willms

  5. Siehe hierzu auch bitte:

    http://dietmarkrause.wordpress.com/2009/06/11/erfahrungen-mit-der-installation-eines-neuen-stationaren-kartenlesegerates-hypercom-medcompact-2slot/#comment-88

    Dietmar Krause

  6. würde mich über Nachricht freuen, ob diese Probleme mitlerweile behoben wurden.Bin Internist und gedenke bald diese Produkte zu nutzen. Im voraus für die Bemühungen herzlichen Dank

  7. @De Giuli:
    in der Tat: mitlerweile sind die ersten eGK Leser auch zur Signatur mit dem HBA zugelassen, es existiert teils angepasste Software (Beta Stadium) um auch den eGK Leser zur Signatur der Abrechnung zu verwenden. Ich selbst signiere die Abrechnung bereits seit einigen Quartalen mit dem Arztausweis ohne Probleme. Selbst wenn man einen getrennten cardreader dazu verwendet bedeutet das eine vergleichsweise geringe zusätzlich Investion. Die oben beschrieben Problem sind mitlerweile behoben.
    Dietmar Krause

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